Heimatverein organisiert erstmals Oldtimer-Traktoren-Ausstellung

Stählerne Schätze ernten in Westen liebevolle Blicke

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In Westen war der Frankenfelder Treckersammler Gerhard Kolze (81) „nur“ als Zuschauer unterwegs. 

Westen - Gleich die erste, vom Heimatverein Westen mithilfe des Wassersportclubs und des Mehrgenerationenhauses organisierte Oldtimer-Traktoren-Ausstellung, war ein Erfolg. Am Amtshaus Westen hatten am Sonntag den Wetterturbulenzen zum Trotz rund 40 Teilnehmer aus Hülsen, Ahnebergen, Westen und Umgebung ihre stählernen Schätze zur Schau gestellt. Den Altersrekord hielt der 63-jährige Deutz-Trecker von Frank Boensch (Oldtimerfreunde Hülsen) mit elf Pferdestärken unter der Haube.

Eigentlich stehen Männer ja eher auf PS-starke Autos, aber es gibt auch solche – und einige wenige Frauen – die ihr Herz an die in der Landwirtschaft eingesetzten nostalgischen Gerätschaften verloren haben, und die ausgewiesene Fans von alten Schleppern sind. Vor diesem Hintergrund hatte der Heimatverein Westen unter Federführung der Vereinsvorsitzenden Margret Herbst und ihrer Stellvertreterin Marie-Luise Sieling die Premiere des Treckertreffens organisiert und damit auf Anhieb etliche Treckerliebhaber aus der Ortschaft und aus den Nachbargemeinden angelockt.

Die liebevoll aufwändig herausgeputzten Oldies wurden bewundert und bestaunt und mussten auch immer wieder mal in Betrieb gesetzt werden, weil die „Traktorenfans“ den „Sound“ der landwirtschaftlich genutzten Arbeitsgeräte hören wollten. Und zu manchem Gefährt gab es vom stolzen Besitzer gratis noch eine interessante Geschichte dazu.

In den kurzen Regenpausen gab es Treckertouren, die bei Groß und Klein gut ankamen.

Es wurde viel gefachsimpelt und fotografiert. „Die Trecker sind doch immer wieder herrlich anzusehen“, freute sich der Frankenfelder Gerhard Kolze, selbst ein begeisterter Treckersammler. Dem 81-Jährigen hat es aber nicht irgendeine Traktorenmarke angetan, sondern ausschließlich die Marke Normag. „Meine Eltern hatten eine Landwirtschaft. 1957 haben sie den ersten Traktor gekauft und das war ein Normag“, erzählt der alte Herr, der sechs Oldtimer-Schlepper der Baujahre 1952 und 1955 besitzt. „Ich habe früher auch gerne geschraubt“, so Gerhard Kolze, der das Instandhalten seiner kleinen Sammlung inzwischen aber seinen Söhnen überlässt. „Der eine ist Tischler, der andere KFZ-Mechaniker, das passt gut“, schmunzelte er.

Neben den Szenekennern hatten auch andere Besucher Lust, die Oldtimer-Traktoren in Augenschein zu nehmen, die einen Blick durch die der Baujahre 1953 bis in die 70er-Jahre hinein gewährten. Darüber hinaus hatten die Besucher Gelegenheit, einige antiquarische landwirtschaftliche Gerätschaften zu bestaunen und sich im Obergeschoss des Amtshauses die vierwöchige Fotoausstellung „Mechanisierung in der Landwirtschaft“ anzusehen, die unter dem Gesichtspunkt der Dokumentation historischer landwirtschaftlicher Fahrzeuge und Gegenstände einen wichtigen heimatgeschichtlichen Beitrag leistet und deren Besuch überaus lohnenswert ist.

Treckertreffen in Westen

Dass sich der Heimatverein der Trecker-Oldies angenommen hat, hatte die Vereinsvorsitzende Margret Herbst in ihrer offiziellen Begrüßung damit erklärt, dass man sich im Verein intensiv mit der dörflichen Landwirtschaft beschäftige, da diese das Ortsbild von Westen bis heute nachhaltig präge. In ihrer Ansprache hatte sie außerdem einzelne Schritte der Mechanisierung in der Landwirtschaft skizziert, die seit Anfang des 20. Jahrhunderts eine immer intensivere landwirtschaftliche Nutzung zur Folge hat. - nie

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