Tourismusgespräch im Ehmken Hoff / Mittelweser-Mitgliedschaft im Fokus

Gute Vermarktung nur mit starkem Partner möglich

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Waren sich einig, dass Dörverden von einer Vollmitgliedschaft sehr profitieren würde (v.l.): Bürgermeister Alexander von Seggern, MdL Karsten Heineking aus Nienburg, Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik, Mdl Adrian Mohr aus Dörverden und Janika Eckhardt, Tourismusfachwirtin und Mitarbeiterin des Wolfcenters.

Dörverden - Ziel der Mittelweser-Touristik ist die gemeinsame touristische Vermarktung der Mittelweser-Region. Noch ist die Gemeinde Dörverden Schnuppermitglied in dem Verbund, doch in diesem Jahr muss der Rat entscheiden, ob eine Vollmitgliedschaft folgen soll. Das würde die Gemeinde etwa 7 000 Euro pro Jahr kosten. Für eine klamme Kommune ist das viel Geld. Geht man nach einem Gespräch gestern Vormittag im Kulturgut Ehmken Hoff, wäre es allerdings gut angelegt.

Eingeladen zu dem Tourismusgespräch hatte der Dörverdener CDU-Landtagsabgeordnete Adrian Mohr. Anlass war der Besuch einer Radlergruppe aus dem Landtag, die zuvor fünf Tage entlang der Weser gefahren war (siehe Artikel rechts).

„Der CDU ist das Thema Tourismus wichtig. Wir glauben, dass die Gemeinde von einer Vollmitgliedschaft sehr profitieren könnte“, so Mohr zum Einstieg. Bei dem Gespräch dabei waren Bürgermeister Alexander von Seggern, Martin Fahrland, Geschäftsführer der Mittelweser-Touristik sowie Janika Eckhardt, Tourismusfachwirtin und Mitarbeiterin des Wolfcenters Dörverden.

Zunächst berichtete „Landtagsradler“ Karsten Heineking: „Am Weserradweg gibt es viel zu sehen, da kommt keine Langeweile auf.“ Doch sei es auch wichtig, die Qualität der Angebote und auch die der Unterkünfte im Blick zu haben und gegebenenfalls zu verbessern. Man müsse konkurrenzfähig bleiben, es gebe noch andere gute Radwege in Deutschland.

Bürgermeister von Seggern: „Wir haben in der Gemeinde touristische Highlights, wie die Solarfähre, das Schafstallviertel, das Mehrgenerationenhaus oder eben das Wolfcenter.“ Dazu käme die hervorragende Lage am Weser- und Allerradweg. „Ich sehe große Chancen darin, dies alles touristisch zu vermarkten. Aber alleine schaffen wir das nicht.“

Werbung auf Messen sorgt für Gästezuwachs

Janika Eckhardt vom Wolfcenter berichtete: „Schon in den zwei Jahren der Schnuppermitgliedschaft war ein deutlicher Zugewinn für uns spürbar.“ Sie berichtete, dass das Wolfcenter regelmäßig seine Gäste stichprobenartig befrage, wie sie von dem Tierpark erfahren haben. „Immer mehr Besucher werden auf Messen auf uns aufmerksam.“ Das sei Verdienst der Mittelweser-Touristik, weil weder Gemeinde noch Wolfcenter die Möglichkeiten hätten, sich intensiv auf Messen darzustellen und Werbung zu machen.

Sie bezeichnete außerdem gemeinsame Social-Media-Projekte sowie die noch recht neue Wolfsradtour, die in Zusammenarbeit mit der Mittelweser-Touristik entwickelt wurde, als erfolgreiche Aktionen. „Manch ein Passant sieht ein Schild für die Wolfstour, wird neugierig, folgt der Wegbeschreibung, landet als Spontanbesucher im Wolfcenter, tankt danach in Dörverden, besucht einen Supermarkt, geht abends hier essen“, erklärte Eckhardt, wie alles miteinander vernetzt sei. Deswegen müssten auch alle gemeinsam Werbung machen, sich nicht als Konkurrenz sehen.

Sie berichtete, dass auf Anregung der Mittelweser-Touristik das Wolfcenter jetzt „gemeinsame Sache“ mit dem Dino-Park in Münchehagen mache: Es gebe mittlerweile Kombiticket-Angebote.

Adrian Mohr berichtete, dass sich auch der Wohnmobilstellplatz zwischen Bauhof und Ehmken Hoff inzwischen großer Beliebtheit erfreue. „Die Fläche ist ja auch optimal, sie bietet einen wunderschönen Blick auf das Kulturgut-Ensemble. Dazu gibt es Supermärkte und ein Restaurant um die Ecke.“ Auch eine Abwasserentsorgung auf dem Platz solle demnächst möglich werden.

Fahrland erklärte, dass es wichtig sei, Stellplätze gut miteinander zu vernetzen. „Denn ein Tourist mit Wohnmobil macht nicht in Dörverden Urlaub, sondern in der Region.“ Er wolle viel sehen und erleben, schere sich nicht um Kreisgrenzen oder darum, welche Kommune in der Mittelweser-Touristik Mitglied ist und welche nicht. „Der Gast muss zufrieden sein. Das sicherzustellen, ist unser aller Aufgabe.“  rei

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