Eine ganz spezielle Sorte

„Trude träumt von Afrika“ begeistert auf dem Kulturgut Ehmken Hoff

Schrill und zum Brüllen komisch.

Dörverden - Da hatten die für den Bereich Kultur Verantwortlichen von Verein und Stiftung Ehmken Hoff in Dörverden wieder mal ein glückliches Händchen: Der Trommel-Comedy-Abend fand nicht nur vor ausverkauftem Haus statt, sondern hat das Publikum auch rundum begeistert. „Trude träumt von Afrika“ heißt das Programm, in dem vier betagte Hanseatinnen ebenso stimmgewaltig wie trommelnd von Afrika träumen und damit ihr Publikum so richtig in Wallung brachten.

Im Norden genießt das Quartett längst Kultcharakter, füllt Säle und heimst Preise ein: Die sechs Hanseatinnen Agathe, Cäcilie, Erna und Mathilde sind schließlich Grazien der ganz speziellen Sorte. Unten mit Gesundheitsschlappen, oben mit altmodischen Pottdeckeln auf alte Schachtel getrimmt. Aber immer noch fix im Trippeln, Tanzen, Singen. Denn die urigen Hanseatinnen haben ihre Kochtöpfe gegen Trommeln und die Blockflöten gegen Rasseln getauscht und schwelgen nun bis zum Siedepunkt in westafrikanischen Rhythmen.

Dabei legen die schrägen Tanten eine blitzsaubere Choreografie hin, trommeln einfallsreich auf Keksdosen oder Kalebassen, schrammen auf Waschbrettern oder hauen sich rhythmisch ihre Handtaschen um die Ohren. Das Publikum durfte auch erfahren, dass sich afrikanische Trommeln durchaus auch als Begleitung zu Schlagerschnulzen eignen.

Und es gab auch afrikanischen Gesänge, die richtig unter die Haut gingen und das, obwohl nicht eine der Truden aus Afrika stammt, wie Erna meinte. „Ich weiß ja nicht, ob Sie das schon bemerkt haben.“

Handtaschen und Spazierstöcke als Schlagwaffen

Als die Finger vom Trommeln dick zu werden drohten, griffen die Damen zu alternativen Rhythmusinstrumenten, wobei ihnen Handtaschen und Spazierstöcke als Schlagwaffen und Topfdeckel als Schilde dienten. Nicht weniger fantasiereich ging es bei der Darstellung der Glockenfiguren einer erzgebirgischen Spieluhr zu, die zwar zuweilen aus dem Rhythmus geriet, aber, sich um alle Achsen drehend, zuverlässig das Glöckchen anschlug.

Zum Schreien waren auch die komischen Einlagen, zum Beispiel über „die Dicke“ im Team, die früher bei der Heilsarmee die Gulaschkanone bediente: „Na, Ihr wisst schon: Reeperbahn, Ecke Talstraße, die gibt es hier in Dörverden ja nicht.“ An diese Zeit erinnert der Kochtopf, auf dem die kräftigste der Truden wie eine Skulptur präsentiert wurde. „Mich wundert nur, dass der Pott noch keine Pfanne geworden ist“, bemerkte Erna dazu.

Comedy-Abend „Trude träumt von Afrika“

Das Publikum klatschte sich die Hände wund und nicht nur einer hat sich die Lachtränen aus den Augenwinkeln gewischt. Am Ende dankten die Besucher mit langanhaltendem Applaus. 

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