Busfahrer Hans-Heinrich Wätje geht in den Ruhestand 

Beruflich hat der Dörverdener gut 100 Mal die Erde umrundet

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Seine Fahrerkarte braucht Hans-Heinrich Wätje in Zukunft nicht mehr. Der 77-Jährige möchte ab Ende des Jahres seinen wohlverdienten Busfahrerruhestand genießen. 

Dörverden - Mit dem Bus ist er in 43 Jahren rund vier Millionen Kilometer unfallfrei gefahren und hat somit im beruflichen Auftrag gut 100 Mal die Erde umrundet. Jetzt hört Hans-Heinrich Wätje aus Dörverden auf. Er wird am Sonnabend, 3. Dezember, voraussichtlich ein letztes Mal hinter dem Steuer eines Reisebusses sitzen.

Hans-Heinrich Wätje hatte schon immer eine Vorliebe für große Fahrzeuge und fürs Fahren. Beides konnte er als Busfahrer bei der VWE und nach seiner Pensionierung beim Bus- und Mietwagenbetrieb Bernholz insgesamt 43 Jahre lang miteinander verbinden. Jetzt hört Wätje auf eigenen Wunsch auf und lässt seine Busfahrerlaubnis nicht mehr verlängern.

Wätje ist ein Urgestein in der Branche. Er selbst hat nachgerechnet, dass er in den Berufsjahren weit über vier Millionen Kilometer gefahren ist und dabei mit dem Bus mehr als 100 Mal die Erde umrundet hat. Der gelernte Maurer hat erst im Baugewerbe und Bauhandel und dann im Vertrieb der Verdener-Aller-Zeitung gearbeitet. 1973 kam er zur VWE und hat bei den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein die Ausbildung zum Kraftomnibusfahrer absolviert.

Für seinen Arbeitgeber kletterte Wätje dann 29 Jahre in allen Bereichen des VWE- und VVG-Busverkehrs auf den Busfahrersitz, fuhr Früh- und Spätschichten, saß auch an Wochenenden am Steuer und übernahm im Laufe der Zeit immer mehr Fahrten im Reiseverkehr, sodass er zum Stammfahrer vieler Vereine – auch der Awo Dörverden – wurde.

Nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand 2002 war Wätje noch zwei weitere Jahre als Aushilfsfahrer für die VWE tätig und wechselte dann zum Busunternehmen Bernholz, für das er europaweite Bustouren fuhr. Oft war er Tage und manchmal auch Wochen mit Reisegruppen unterwegs und hat so viele Städte und Landstriche Europas kennengelernt. Österreich sei für ihn, nicht zuletzt wegen der atemberaubenden Natur, ein besonders schönes Land, schwärmt er.

„Viele Menschentypen kennengelernt“

„Der Beruf hat seinen Reiz“, meint er etwas nachdenklich. Auch habe ihn die Tätigkeit nach dem Tod seiner Frau vor zehn Jahren sehr abgelenkt. Er habe viele Menschentypen kennengelernt und hin und wieder auch bei kleineren Reparaturen selbst mit Hand anlegen müssen. Zudem habe man als Fahrer natürlich eine große Verantwortung gegenüber seinen Fahrgästen.

Wätjes Erinnerungen sind überwiegend positiv. „Stress im Bus gab es sehr selten“, sagt er. In den Jahrzehnten seiner Busfahrer-Tätigkeit habe sich aber vieles verändert. „Der Verkehr hat zum Beispiel stark zugenommen“. Auch werde rücksichtsloser überholt und viel mehr gedrängelt.

Im Gegenzug sei das Busfahren aber spürbar komfortabler geworden: für die Fahrgäste, aber auch für den Fahrer selbst. Wätje habe, so erzählt er, noch Busse gefahren, die mit Zwischengas geschaltet wurden, und er kann sich auch noch gut an unklimatisierte Fahrzeuge ohne Toilette, Bordküche und an unkomfortable Fahrersitze erinnern. Der 77-Jährige ist dankbar, dass er während seiner Busfahrertätigkeit keinen Unfall hatte. Auch in Flensburg waren auf seinen Namen in all den Jahren nur zwei Punkte notiert.

Seinen persönlichen Fahrplan für den Ruhestand hat der Dörverdener noch nicht festgelegt. „Ich lasse alles auf mich zukommen. Vielleicht reise ich auch mal privat an Orte, in denen ich bereits als Busfahrer war.“

Außerdem wolle er – solange es seine Gesundheit erlaubt – weiter mit der Awo Dörverden unterwegs sein und Ausflüge machen. In Zukunft werde er dann aber Reisebegleiter und nicht mehr der Fahrer sein. 

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