30 Delikte in 2014 im Bereich der Polizeiinspektion Verden/Osterholz

Kinderpornografie beschäftigt Ermittler

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Zu der Arbeit von Kriminalkommissar Peter Schmidt (Name von der Redaktion geändert) gehört es, das kinderpornografische Material zu bewerten und zu klassifizieren.

Verden - Das Verfahren gegen Sebastian Edathy ist seit ein paar Tagen vorbei: Der aus dem Landkreis Nienburg stammende Ex-SPD-Abgeordnete hat zugegeben, Bilder und Videos von nackten Jungen aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Auch im Geltungsbereich der Polizeiinspektion Verden/Osterholz gibt es Personen, die kinderpornografisches Material auf ihren Computern, Handys oder externen Festplatten gespeichert haben.

Laut Kriminalstatistik registrierten die Ermittler im Landkreis Verden im Jahr 2013 25 derartige Delikte. „2014 gab es im Bereich der Polizeiinspektion Verden/Osterholz etwa 30 Vergehen“, informierte Pressesprecher Helge Cassens.

In der Regel würden Männer jeglicher Altersgruppen das Material konsumieren. Von Fällen, in denen Frauen sich Bilder oder Videos verschafft beziehungsweise verbreitet hätten, wisse er nichts, erklärte Martin Erftenbeck, Leiter des ersten Fachkommissariats, gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. Er und seine Kollegen sind zuständig für Gewalt-, Sexual- und Branddelikte. Kinderpornografie fällt somit in ihren Aufgabenbereich.

„Die Verfahren kommen aus den unterschiedlichsten Gründen zustande“, berichtete Erftenbeck. Er erinnerte sich an einen Fall, wo Kollegen bei einer Hausdurchsuchung aufgrund eines anderen Verstoßes Datenträger beschlagnahmt und auf diesen durch Zufall kinderpornografisches Material gefunden hätten. „Der Mann hatte die Mädchen und Jungen fotografiert und gefilmt“, sagte der Kriminalhauptkommissar.

Beamte gehen konkreten Hinweisen nach

Es komme auch vor, dass Internetnutzer unbeabsichtigt auf Bilder oder Videos stoßen und sich dann bei der Polizei melden würden. „Wir versuchen dann herauszufinden, wem die Seite gehört“, schilderte Erftenbeck das Vorgehen. Sein Team recherchiert nicht explizit nach kinderpornografischem Material. Es geht nur konkreten Hinweisen nach. Sollten die Ermittler auf illegale Inhalte stoßen, seien auf den Datenträgern meistens 100000 Bilder und mehr drauf.

„Das ist eine unglaublich psychische Belastung. Daher versuchen wir, die Arbeit auf mehreren Schultern zu verteilen“, sagte Erftenbeck. Alle Mitarbeiter des ersten Fachkommissariats seien dafür ausgebildet, hätten also eine entsprechende Schulung besucht. „So ein Verfahren dauert eher Monate als Wochen. Es ist daher nicht sinnvoll, wenn ein Beamter sich nach Beendigung des einen Falls gleich mit dem nächsten beschäftigt“, so der Polizist. Daher würden die Sachbearbeiter anschließend in der Regel erst einmal ein Delikt aus einem anderen Themenfeld bearbeiten. In diesem Zusammenhang komme seinem Team zugute, dass es einen „bunten Strauß an Straftaten“ aufzuklären habe.

„Wenn ich an den Fällen sitze, blende ich den Missbrauch aus. Ich bewerte und klassifiziere lediglich das Material“, erklärte Kriminalkommissar Peter Schmidt (Name von der Redaktion geändert), der unerkannt bleiben will. Sein Ziel sei es, die Delikte aufzuklären. So könne er immerhin die Opfer vor weiteren Straftaten schützen. „Natürlich hinterlassen die Bilder ihre Wirkung“, wusste Schmidt. Bei der Verarbeitung des Gesehenen helfe ihm sein intaktes soziales Umfeld.

Mittels einer speziellen Software gruppiere er die Daten ein. Schließlich falle nicht jedes Nacktfoto von Kindern strafrechtlich in den Bereich der Pornografie. Sonst seien auch Eltern kriminell, die zum Beispiel im Urlaub Bilder von ihrem Nachwuchs am FFK-Strand machen würden – was nicht der Fall sei.

„Materialmenge ist

fast am explodieren“

Manchmal müsse er bei seiner Tätigkeit das Strafgesetzbuch zurate ziehen. Das besagt, dass pornografische Schriften sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Gegenstand haben. Zu den Schriften zählen unter anderem Ton- und Bildträger sowie Datenspeicher. Die Herstellung und Verbreitung des Stoffes ist strafbar. „Wir haben immer mehr damit zu tun. Die Menge an Material ist fast am explodieren“, sagte Erftenbeck. Schließlich koste Speicherplatz heutzutage kein Geld mehr. Der meiste illegale Inhalt käme seiner Erfahrung nach aus dem Ausland.

as

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