Flecken Ottersberg stattet Benkel und Narthauen mit schnellem Internet aus / Gestern fiel Startschuss für Vorzeigeprojekt

Die Datenautobahn im Blick

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Freuen sich gemeinsam mit Bürgermeister Horst Hofmann über den Start des schnellen Internets in Ottersberg (v.l.): Landtagsabgeordneter Axel Miesner, Tim Brauckmüller (Geschäftsführer beim Breitbandbüro des Bundes), sowie Nico Bastian Wolff und Hans-Peter Wolff (beide Wobesco Unternehmensgruppe für LWL-Beratung). ·

Ottersberg - Von Lisa Duncan - Am Ende scheint es nur darauf anzukommen, das gelbe Kabel richtig in der Steckverbindung in dem großen grauen Kasten, dem Kabelverzweiger, zu platzieren, damit ein weiterer Haushalt Zugriff auf schnelleres Internet erhält.

Mit dieser symbolischen Geste gab Fleckensbürgermeister Horst Hofmann gestern den Startschuss für den Breitbandausbau in Narthauen und Benkel.

Das Ganze hat natürlich eine Vorgeschichte, die ein wenig komplizierter ist: Seit November 2010 bemüht sich der Flecken Ottersberg um Förderung für den Breitbandausbau, sagt Hofmann. Im März 2011 kam die Zusage für 450 000 Euro Fördergelder vom Bund. Mit etwa 50 000 Euro Eigenanteil hat der Flecken selbst ebenfalls tief in die Tasche greifen müssen, um den Traum vom schnellen, technologisch ausgereiften Internet zu verwirklichen. Mit Erfolg: „Seit dem 31. März ist das passive Netz betriebsfertig“, freut sich Hofmann. 146 Haushalte profitieren nun davon.

Bisher war der Internetanschluss in Benkel und Narthauen mit einer Übertragungsrate von 16 MBit pro Sekunde (MBit/s) langsam. Das heißt: Um ein Datenvolumen von 14,4 GB zu übertragen, benötigten Benkeler Internetnutzer etwa 100 Stunden, Narthauer rund 40 Stunden. Zum Vergleich: In der Stadt benötigt ein Internetanschluss für dieselbe Datenmenge etwa 2 Stunden.

„Das Problem: Die bisherigen Kupferkabel hatten eine geringe Reichweite“, sagte Nico Wolff, Geschäftsführer der Wobesco Unternehmensgruppe in einer Präsentation, die er zum Auftakt des Ortstermins hielt. Wobesco empfahl, das veraltete Material durch Lichtwellenleiter(LWL)-Kabel, eine Art Glasfaser, zu ersetzen. Damit erhalten Benkel und Narthauen eine Übertragungsrate von 50 MBit/s, also etwa 100-fach schneller als der bisherige Internetanschluss.

Das teure und technologisch anspruchsvolle am neuen Netz bestehe aber nicht im Kabel, sondern darin, dafür eine Infrastruktur zu schaffen. Auf Empfehlung von Wobesco griff die Gemeinde zu dem einfachen, aber doch pfiffigen Trick, mit dem Abwassersystem bereits vorhandene Leitungen zu nutzen.

Mithilfe von Robotern der Firma Fast Opticom wurden die neuen Glasfaserkabel verlegt. Eine spezielle Metall-Ummantelung schützt das Material vor Rattenfraß und Verwitterung.

Die Bauausführung verlief dabei nicht reibungslos. Denn ursprünglich sollte das Breitband-Internet einen Monat früher ans Netz gehen. Verzögerungen gab es unter anderem, weil an einem Teil der rund sieben Kilometer langen Ausbaustrecke eine neue Tiefbauverbindung geschaffen werden musste. Denn der Roboter konnte den Kanal an einer Stelle nicht passieren. Dadurch schossen die Kosten in die Höhe, aber die Gemeinde übernahm einige Tiefbauarbeiten in Eigenleistung. Auch die Auswahl des Internetbetreibers stellte die Gemeinde vor Probleme. Um das Netz nach dem Ausbau nicht zu verschenken, gründete der Flecken Ottersberg seine eigene Betreibergesellschaft, die Breitband Innovationen Nord (BIN) GmbH, deren Träger das gemeindeeigene E-Werk Ottersberg (EWO) ist. Damit profitiert die Gemeinde selbst bis zu einem gewissen Grad von den Einnahmen. Mit Einschränkungen: In Teilen nutzt Ottersberg noch kostenpflichtig die Infrastruktur der Telekom. Bezogen auf Narthauen und Benkel verfügt die Gemeinde jetzt über die schnellsten privaten Internetanschlüsse im Landkreis Verden. Die jetzt geschaffene Infrastruktur könne zudem als Basis für den LWL-Ausbau im gesamten Flecken Ottersberg, auch im Gewerbegebiet, dienen. Bürgermeister Horst Hofmann hofft auch auf neue Ansiedlungen infolge der Internet-Technologie: Wenn Ottersberg sich als „Datenautobahn“ präsentieren könne, sei dies sicher keine schlechte Werbung.

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