Mitarbeiter des Caritasstifts bilden sich fort in Sachen Gesundheitsförderung

„Augen und Ohren geöffnet“

Wie viel Zucker doch ein scheinbar harmloses Lebensmittel wie Pflaumenmus enthält. Auch Heidrun Mederacke (l.) und Annegret Grieme (r.) staunten. ·
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Wie viel Zucker doch ein scheinbar harmloses Lebensmittel wie Pflaumenmus enthält. Auch Heidrun Mederacke (l.) und Annegret Grieme (r.) staunten. ·

Verden - „Gesundheit, Glück und Glaube“, zählt Heidrun Mederacke von der katholischen Altenhilfe in Hildesheim auf, aus welchen Ressourcen das Personal in Seniorenheimen Kraft schöpfen kann für seine Tätigkeit.

Und diese drei Begriffe finden sich auch im Namen des Projektes wieder, an dem rund zwei Drittel der Belegschaft im Verdener Caritasstift seit zwei Jahren teilnehmen. Es ist Bestandteil des Bundesprogramms „Rückenwind“ und wird finanziert mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds.

Im Rahmen von Vorträgen und Kursen lernen die Mitarbeiter, wie sie ihre Gesundheit erhalten können. Im eigenen Interesse und natürlich auch ganz im Sinne des Arbeitgebers. Es könnten freilich nur Empfehlungen gegeben werden, sagt Projektleiterin Mederacke. Was für ihn sinnvoll und umsetzbar sei, müsse jeder für sich entscheiden.

Die Inhalte der Fortbildungen richten sich nach den Ergebnissen einer vorherigen Bedarfsanalyse. Dabei gestalten sich die Angebote ebenso vielfältig, wie die physischen und psychischen Belastungen in Pflegeberufen eben sind. So gab es bereits individuelle Ernährungsberatungen, Rückschule, Massagen, gemeinsames Pilgern in der Lüneburger Heide oder Tipps zur Stressbewältigung und Entspannung.

Ergänzend dazu fand am Donnerstag der zweite Gesundheitstag im Caritasstift statt. Vertreter der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, der AOK und des Sanitätshauses Müller berieten vor Ort unter anderem über die gesunde Ernährung im Schichtdienst, Hautschutz und die richtige Haltung bei der Bildschirmarbeit.

Auf drei Jahre ist das Gesundheitsprojekt angelegt. Mit der offiziellen Auswertung jetzt, nach Ablauf von zwei Jahren, ist das Public-Health-Institut der Universität Bremen zurzeit noch befasst. Erste Resultate könne man aber auch ohne die Evaluation schon feststellen, findet Annegret Grieme, Leiterin der sozialen Dienste im Caritasstift. „Augen und Ohren sind geöffnet“, beschreibt sie eine gewachsene Sensibilität, wenn es um die Unterscheidung von gesund und ungesund ginge.

Gleich mehrere Kolleginnen hätten durch Ernährungsumstellung einige Kilos verloren, berichtet Annegret Grieme anerkennend. Und sie selber sei in den vergangenen Wochen häufig vom Auto aufs Rad umgestiegen, um den Weg zur Arbeit, hin und zurück immerhin 30 Kilometer, zu bewältigen. „Und dabei habe ich auch gleich Stress abgebaut“, freut sie sich. · kp

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