Stadtratsmitglied Gabi Sommer (Bündnis 90/ Die Grünen) gründete den Verein und führte jahrelang den Vorsitz. Vor einem Jahr übernahm Ahlem Behnken das Amt.
Der Waldkindergarten soll „ein Gegenstück zu dem verplanten und mit Spielzeug voll gestopften Alltag von Kindern“ sein. „Hier gibt es nicht so viel Lärm, nicht so viel Konsum. Die Kinder können Sachen schnitzen und bauen. Sie erleben die Jahreszeiten und stärken ihre Abwehrkräfte“, erklärt Petra Meyer, Kassenwartin des Vereins. Die Gruppe mit derzeit 15 Kindern und zwei Erzieherinnen ist offen für Kinder aus dem gesamten Stadtgebiet.
Auch die beiden Söhne von Petra Meyer, Jan Magnus (10 Jahre) und Mads Leander (5), waren im Waldkindergarten in Betreuung. Seit 2004 mischt die gelernte EDV-Kauffrau im Förderverein mit, seit zwei Jahren im Vorstand. Warum sie sich für den Verein einsetzt? „Glückliche Kinder! Außerdem gibt es Kraft, Energie und Spaß.“ Anders gehe das auch kaum, betont die gebürtige Hannoveranerin, denn die Mitarbeit sei auch sehr aufreibend.
Lange zog sich beispielsweise die Suche nach einem Standort hin. Ein Achimer Waldbesitzer, an den der Förderverein als erstes herangetreten war, lehnte ab, weil die Jäger fürchteten, die Kinder könnten das Wild aufschrecken. Auch ein Standort im Schlosspark Etelsen wurde wieder verworfen.
Im Mai 2003 gab Bauer Wilkens aus Cluvenhagen der „Schnuppergruppe“ und der „Nachmittagsgruppe“ des Waldkindergartens, die anfangs nur jeweils einmal pro Woche stattfanden, ein Zuhause. „Das war toll, ein Wald mit altem Baumbestand und Baggersee“, schwärmt Petra Meyer. 2004 startete dort der normale Wochenbetrieb.
Neuer Standort
bereitet nicht nur Freude
2006 renovierten Eltern den Bauwagen in Eigenarbeit und bauten ihn für die Bedürfnisse eines Waldkindergartens um. Die Achimer Firma Teufelsmoorer Baumaschinen hatte den Bauwagen gespendet, den Transport übernahm das Oytener Unternehmen Rubick. Mithilfe von Elternbeiträgen und Spenden von der Stadt und lokalen Firmen wurde der Ausbau finanziert.
Mittlerweile steht der Bauwagen im Achimer Stadtwald. Der neue Standort bereitet nicht nur Freude: „Was hier nicht schön ist, ist der Vandalismus“, erzählt Meyer. Jüngst hätten Unbekannte die Seile der Schaukel durchschnitten und die Blumenbeete verwüstet. Im Winter hatten die Kinder kleine Kunstwerke aus Tannenzapfen und Eis gebastelt, die sie am nächsten Tag zertreten auf dem Boden fanden.
Andererseits bietet der Stadtwald viele Vorteile. Dazu gehört die größere Nähe zum Wohnort und die Nachbarschaft zur Kindertagesstätte (Kita) und Grundschule Baden, mit denen die Waldgruppe kooperiert. Das Waldstück, in dem der Bauwagen steht, gehört zum Teil der Ortsgruppe Achim des Naturschutzbunds (Nabu), die derzeit einen Walderlebnispfad dort anlegt – und offen ist für gemeinsame Projekte.
Fazit nach zehn Jahren: Das Ziel, einen eigenen Waldkindergarten zu betreiben, hat der Verein zwar nicht erreicht. „Die Kosten für die Eltern wären zu hoch gewesen“, sagt Meyer.
Dass es dennoch einen Waldkindergarten gibt, verdankt der Verein der Kooperation mit der Kita Baden. Die Kita stellt das Personal und der Verein kümmert sich um den Bauwagen und das Inventar. Dafür zahlen die Eltern ihre „normalen“ Kindergartengebühren an die Stadt Achim.
„Zu unserem großen Glück ist Monika Spudich eine der Erzieherinnen aus der Kita Baden, die auch schon unsere ‚Schnuppergruppe‘ leitete. Nur mit solchen Menschen, die für ihre Arbeit ‚brennen‘, kann ein Förderverein solange durchhalten“, sagt Petra Meyer.















