Wie so oft waren die Achimer zum Stadtfest in Cesis eingeladen, und das war trotz strömenden Dauerregens und Kälte ein Erlebnis. Höchst beeindruckend zum Beispiel das Chorkonzert, das trotz des miserablen Wetters die Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Land zweieinhalb Stunden auf der Schlossbühne boten. Sage und schreibe 1000 Sängerinnen und Sänger präsentierten gemeinsam herrliche lettische Folklore.
Cesis ist neben Riga das Zentrum der Musik in Lettland.
Schulen standen auf dem Besuchsprogramm der Achimer, wobei es für die Klassen 1 bis 9 eine mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft und Natur gibt, wo auch die Rektorin und die Lehrer Ackerbau und Viehzucht betreiben, und eine, die mit der allerfeinsten Computer- und Internettechnologie ausgestattet ist und wie so vieles mit EU-Mitteln gefördert ist.
EU-Geld ist auch in Kindergärten geflossen, wobei ein Kindergarten besonders beeindruckte, der die Kinder weit entfernt beschäftigter Eltern von Montag bis Freitag inklusive Übernachtung beherbergt für umgerechnet rund 1,50 Euro pro Tag bei einem natürlich viel geringeren Einkommen als bei uns.
Öffentliche Projekte, die alle unter der Regie des allmächtigen Bürgermeisters Skenders entstanden sind.
Im Kontrast zu den neuen öffentlichen Bauten steht die private Bautätigkeit. Bürgermeister Uwe Kellner , Ratsvorsitzender Hans-Jürgen Wächter, Johann Ditzfeld, Werner Meinken, Gabriele Sommer und Günter Krebs vom Rat sowie Klaus Keller, der Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, stellten bei ihren Gängen durch Cesis fest, dass an vielen Häusern und Straßenzügen nichts mehr getan wird, dass sie zu verfallen drohen.
Sicher Ausdruck der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Armut hat die Achimer Delegation darüber hinaus nicht gesehen. Sie existiert wohl mehr im Verborgenen, vermutet Bürgermeister Uwe Kellner.
Der 20. Geburtstag der der Städtepartnerschaft soll nun beim Achimer Stadtfest im Juli auch in Achim gefeiert werden. Dann kommen 50 Chormitglieder und auch eine Künstlergruppe an die Weser und werden auch das Achimer Fest bereichern. Der TSV Achim wird in seinem Freizeitheim Übernachtungsmöglichkeiten schaffen.
Generell wünscht sich die Stadt, dass die bisher von offiziellen Besuchen, Aktivitäten des Achimer Marktgymnasiums, der evangelischen Kirche, des Kunstvereins und weniger anderer Vereine getragene Städtepartnerschaft zu noch mehr Begegnungen der Bürger führt.
Durch den Wegfall der Billigfluglinie ab Bremen ist das nicht einfacher geworden. · mb















