Gesamtwert: 50.000 Euro

Zwei lenken ab, einer greift sich Edeluhren

Achim/Posthausen - Drei Breitling-Edeluhren im Gesamtwert von etwa 50.000 Euro wurden in der Juwelierabteilung des großen Posthausener Einkaufszentrums am 31. Juli vorigen Jahres aus einer Vitrine gestohlen – von einem Diebestrio, das geschickt zusammenarbeitete. Zwei der Verdächtigen waren nun vor dem Achimer Amtsgericht des gemeinschaftlichen Diebstahls angeklagt. Vom dritten Mann fehlt weiter jede Spur.

Während damals zwei der Besucher sich als interessierte Kunden gaben und die Verkäuferin in ein Gespräch verwickelt hatten, versuchte der dritte, die Vitrinen gewaltsam zu öffnen. Das gelang ihm schließlich, bevor alle rasch das Geschäft verließen.

Angeklagt waren ein 56-Jähriger mit jordanischer Herkunft und ein 34-jähriger, aus Algerien stammender Mann. Beide wohnen in Bremen. Das Geschehen am 31. Juli 2015 hatten auch Video-Überwachungskameras automatisch gefilmt.

Der Ältere war Verkäuferinnen als „Mann mit Hut“ aufgefallen. Von ihm soll auch eine Hand zu sehen sein, die gerade nach einer Uhr greift. Nach Aussage eines Achimer Polizisten, der ihm die Aufnahmen später zeigte, habe sich der 56-jährige selber darauf wiedererkannt.

Kurz vor Schließung des Ladens hatte das Trio ihn gegen 18.30 Uhr betreten. Drei jetzt als Zeuginnen geladene Verkäuferinnen erkannten die Angeklagten allerdings nicht eindeutig als Täter wieder. Die Beschuldigten selber schwiegen auf Anraten ihrer Anwälten zu den Vorfällen.

Der mit den Ermittlungen nach der Tat maßgeblich befasste, heute 59-jährige Achimer Polizeibeamte berichtete, dass Bilder der Täter im polizeiinternen Netz veröffentlicht worden seien. Daraufhin hätten Bremer Kollegen mitgeteilt, dass der Ältere ihnen „vom Bahnhof her“ bekannt sei. Auch die Verbindungen zum jüngeren Angeklagten wurden aufgedeckt. Die Hausdurchsuchung beim „Mann mit dem Hut“ war jedoch ergebnislos. Bei dem 34-Jährigen wurde auf Durchsuchung verzichtet, weil damals nur wenige Tage zuvor Polizeikräfte diese Wohnung schon wegen einer anderen Angelegenheit auf den Kopf gestellt hatten.

Sehr viel Zeit verging jetzt in der Verhandlung mit dem Auswerten aufgezeichneter Telefonkontakte zwischen den Angeklagen und dem Dritten im Bunde um die Tatzeit herum. Die Verteidiger sahen es als unerwiesen an, dass es diese Telefonate untereinander gegeben habe und brachten sogar bisher unbekannte Dritte als mögliche Täter ins Gespräch. Richter Matthias Hahn hielt die Telefonaufzeichnungen ebenfalls für teils lückenhaft und nicht klar zugeordnet.

Richter, Vertreterin der Anklage und die beiden Verteidiger zogen sich schließlich zur längeren Beratung zurück. Ergebnis: Das Verfahren gegen den jüngeren Angeklagten wird auf Kosten der Landeskasse eingestellt. Das geschieht nicht nur mangels klarer Beweise, sondern vor allem auch, weil auf den 34-Jährigen weitere Verfahren vor dem Verdener und Bremer Landgericht laufen, bei denen viel schwerere Strafen als für den Diebstahl in Posthausen drohen.

Weil zu Vorwürfen gegen den Älteren weiterer Klärungsbedarf bestehe und zudem die verantwortliche Kaufhausdetektivin noch gehört werden soll, setzte der Richter einen weiteren Verhandlungstermin für Montag an.

Sehr aktuelle Nachrichten hatte der Achimer Polizeibeamte noch parat. So sei eine der gestohlenen Luxusuhren erst vor wenigen Tagen einem Bremer Juwelier zum Kauf angeboten worden.

Der Verteidiger des älteren Mannes begutachtete das vom Polizisten mitgebrabrachte Spitzen-Exemplar ohne viel Begeisterung: „So ein schweres Gewicht würde ich mir jedenfalls nicht um den Arm hängen“, meinte er trocken. 

la

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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