Junge Frau führt soziale Fragen an

Wechsel von CDU zur SPD

Cathleen Drewes (SPD). - Foto: Mix

Achim - Mit 15 Jahren trat Cathleen Drewes in die Junge Union ein, mischte schon bald im Kreis- und Bezirksvorstand mit. Als sie mit 16 ein Praktikum in der Redaktion des Achimer Kreisblatts absolvierte, gehörte sie bereits spürbar begeistert der CDU an und war vollends aus dem Häuschen, als der damalige niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff Achim besuchte. Doch nun kandidiert die junge Frau für die SPD. Wie kommt das?

Sie habe in den vergangenen Jahren „bestimmte Erfahrungen gemacht“, die sie zum Parteiwechsel veranlasst hätten, berichtet die frühere Oytenerin im Gespräch mit dieser Zeitung. Die inzwischen 26-Jährige mit Wohnsitz in Achim führt dafür vor allem soziale Fragen ins Feld.

Nach dem Besuch der Oytener Realschule, wo ihr Interesse für die Politik geweckt worden sei, habe sie in Bremen Abitur gemacht und in Schleswig-Holstein ein Studium zur Diplom-Finanzwirtin (FH) abgeschlossen, schildert Drewes ihren Werdegang. Ihre erste Stelle erhielt sie bei einem Steuerberater in Hamburg. Die Wohnungssuche gestaltete sich schwierig. In der Elbmetropole würden „unheimlich hohe Mieten“ verlangt. „Da habe ich mich gefragt, wie das die Kassiererin bei Penny bezahlen soll.“

Aber auch unliebsame Erfahrungen im Arbeitsleben brachten Cathleen Drewes zum Nachdenken. Für 8,50 Euro die Stunde habe sie vorübergehend bei einem Paketdienst gejobbt. „Und bei diesem geringen Lohn sollte ich auch noch die nötigen Sicherheitsschuhe zum Großteil aus eigener Tasche bezahlen“, schüttelt sie den Kopf.

Auf der anderen Seite aber auch über Arbeitnehmer, die „bei jedem kleinen Schnupfen zu Hause bleiben“. „Beschäftigung muss allerdings vernünftig bezahlt werden“, ist sie überzeugt.

2013 sei sie in Hamburg aus der CDU ausgetreten. Persönliche Querelen mit Parteimitgliedern habe es nicht gegeben, betont Drewes.

In Achim, wo sie seit 2015 wohnt, fehlte ihr dann die Politik. „Ich hatte Lust, zu Sitzungen zu gehen und zu diskutieren.“ Die einst glühende Christdemokratin schloss sich der SPD an und hat zudem Segelfliegen als neues großes Hobby entdeckt.

Sollte ihr der Sprung in den Stadtrat gelingen, will die Finanzwirtin, die beim Landvolk in Verden tätig ist, ihr Augenmerk darauf richten, dass Achim für Unternehmen attraktiv ist. Wegen der Arbeitsplätze und weil die Gewerbesteuer eine wesentliche Einnahmequelle für die Stadt sei. Aber auch einheitliche Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt und auf dem Weg dahin mehr Sitzgelegenheiten für ältere Fußgänger hält Drewes für wichtig. - mm

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