Angeklagter räumt Betrug in elf Fällen ein

Unbezahlte Waren füllen zwei Autos

Achim - „Die Lebensmittel passten kaum in zwei Einkaufswagen rein“, berichtete der Beschuldigte. Am selben Tag sackte er zusammen mit seiner damaligen Partnerin und deren Tochter in einem Einkaufszentrum in Posthausen zudem Bade- und Drogerieartikel, Bettwäsche, Kleidung und Schuhe ein. Und als sie zwei Autos voll bis unters Dach beladen hatten, wurde auch noch getankt. Immer wieder zückte der 41-Jährige seine EC-Karte, obwohl diese aufgrund von Privatinsolvenz ungedeckt war. Gestern stand er wegen elffachen Betrugs vor dem Amtsgericht Achim.

Zehn Bezahlvorgänge dieses Kunden registrierte die Finanzabteilung von Dodenhof am 14. August 2015, und einen Tag später kam noch ein weiterer Einkauf mit ungedeckter Karte hinzu. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann aus Kirchwalsede (Kreis Rotenburg) vor, Waren im Wert von 3230 Euro auf diese Weise ergaunert zu haben.

Einen Teil der Sachen entdeckte die Polizei, als sie am 19. Februar dieses Jahres die Wohnung der Ex-Partnerin in Brockel durchsuchte. Die Frau, die der Angeklagte gestern als treibende Kraft bei den kriminellen Machenschaften bezeichnete, müsse sich noch in einem Strafverfahren vor Gericht verantworten, informierte Richter Matthias Hahn.

Der 41-Jährige sagte freimütig aus. „Wir wussten, dass kein Geld auf dem Konto war, wollten den offenen Betrag aber im nächsten Monat begleichen“, führte er aus. Einkäufe mit Karte auf diese Art hätten bei ihr immer geklappt, habe seine damalige Freundin ihm versichert, und er habe ihr geglaubt. Sie hätten zunächst nur Lebensmittel besorgen wollen. „Es ist dann aber zu einem Kaufrausch gekommen“, räumte der Beschuldigte ein.

Im Nachhinein sei ihm klar, dass seine einstige Gefährtin „ziemlich dreist war; sie kennt sich mit Betrügereien aus“, sagte der Kirchwalseder. Während der etwa zweijährigen Beziehung, die er beendet habe, hat er nach eigenen Angaben unter den „ständigen Gewaltausbrüchen“ der ihm körperlich überlegenen Frau gelitten. „Wenn sie getrunken hat, ist sie ausgeflippt und hat mich geschlagen.“

Den offenen Geldbetrag plus Zinsen zahle er an Dodenhof in monatlichen Raten von 100 Euro zurück, antwortete der Angeklagte auf Nachfrage von Richter Hahn. Er arbeite als Lagerist und wohne nun bei seinem Stiefvater.

Durch den gemeinschaftlichen Betrug in elf Fällen sei ein hoher Schaden verursacht worden, stellte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer fest. Auf der anderen Seite aber habe der bisher unbescholtene Beschuldigte die Taten eingeräumt und er sei von seiner Ex-Partnerin unter Druck gesetzt worden. Der Anklagevertreter beantragte eine neunmonatige Bewährungsstrafe.

Sieben Monate Freiheitsstrafe, zur Bewährung über einen Zeitraum von drei Jahren ausgesetzt, lautete am Ende das Urteil des Richters. „Sie haben nicht nur ein Geständnis abgelegt, sondern auch persönliche Umstände offen geschildert“, lobte Hahn den 41-Jährigen. „Auch Sachen, die gerade ein Mann nicht gerne preisgibt.“ - mm

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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