„Tag der Muttersprache“ an der Paulsbergschule / „Stolz auf gelebte Toleranz“

Von Edo bis Wolof – Kinder lernen bunte Vielfalt kennen

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Beim Begegnungscafé in der Sporthalle tauschten sich „neue Familien“ und Flüchtlingshelfer aus.

Achim - „Multikulti“ gehört in der Grundschule am Paulsberg immer mehr zum Alltag. Allein in der Klasse 4a stammen die Kinder außer denen mit deutscher Nationalität aus acht weiteren Ländern. Sie kommen aus Gambia, Nigeria und Eritrea in Afrika, Syrien, Iran, Thailand, Russland und Slowakei. Am gestrigen „Tag der Muttersprache“ der Unesco wurde die „bunte Vielfalt“ an der Schule eindrucksvoll vorgeführt und gefeiert.

„Wir haben versucht, einen Englisch-Rap in den acht Sprachen der Schüler hier zu singen“, berichtete Anja Jacobs, Klassenlehrerin der 4a. „Das hat nicht wirklich geklappt.“ Der Klasse sei es dann aber gelungen, zu einem von einer russischen Schülerin vortragenen Lied aus ihrer Heimat gemeinsam den Refrain zu singen.

Zudem entwarfen die Viertklässler mit Hilfe ihrer Lehrerin übersichtliche Plakate zu den acht Ländern. Die Pappen zeigten nicht nur – hübsch bunt gemalte – Flagge, sondern führten den Klassenkameraden und später auch einem größeren Publikum ebenso Wesentliches zu Geografie, Kultur oder Wirtschaft, wie zum Beispiel die Hauptstadt, Sprache(n), Währung oder traditionelle Speisen, stichwortartig vor Augen.

In anderen Klassen schrieben die Kinder Zahlen, Buchstaben und Wörter in verschiedenen Sprachen, manche lernten kleine Gedichte. Und einige mühten sich, arabische Schriftzeichen nachzuschreiben.

Denn die Paulsbergschule hat nach Angaben von Babette Wöckener, Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, seit Beginn dieses Schuljahres 17 neue Schülerinnen und Schüler aus Syrien, Eritrea, dem Sudan und Afghanistan aufgenommen, von denen 15 Arabisch sprechen.

Wöckener hat zum Muttersprachentag allerdings noch mehr Interessantes zusammengetragen: „52 Kinder der Paulsbergschule hören und sprechen 18 verschiedene Familiensprachen außer Deutsch.“ Darunter Mandinka (Gambia), Wolof (Ghana), Edo (Nigeria) und Farsi (Iran, Afghanistan).

Die in den Klassen erarbeiteten Ergebnisse präsentierten sich die Kinder am Ende gegenseitig beim „bunten Forum“ in der Sporthalle. Aber auch zahlreiche „neue Familien“ und Flüchtlingshelfer, die sich dort zum zweistündigen „Begegnungscafé“ getroffen und mit Hilfe von Dolmetschern ausgetauscht hatten, erlebten zum Abschluss die immer wieder anders klingenden Vorträge.

Ein „Willkommen“ oder auch „Salem Aleikum“ rief Rektorin Philine Myburgh der versammelten Menge zu. Sie dankte den Helferinnen und Helfern aus dem Stadtgebiet, die Kindern und Eltern ehrenamtlich die deutsche Sprache beibringen oder sie zum Bus begleiten. Myburgh zeigte sich „stolz auf die gelebte Toleranz“.

mm

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