Großer Besucherandrang beim „Tag des Einbruchschutzes“

Wachsame Nachbarn und Technik können Täter stoppen

Mitarbeiter der Tischlerei Fischer demonstrierten mit Steinwürfen anschaulich die Robustheit von Sicherheitsfensterglas. - Fotos: Schmidt

Achim - In der Realschule klirrten Scheiben. Einbrecher? – Nein, zum Glück nur nachgeahmte. Der Präventionsrat und die Stadt Achim hatten dort nämlich zum „Tag des Einbruchschutzes“ eingeladen. Den ganzen Sonntag über informierten sich viele hundert Besucher bei Vorträgen und eben auch anhand von praktischen Demonstrationen über Möglichkeiten, Tätern ihr „Handwerk“ zu erschweren.

Bürgermeister Rainer Ditzfeld wies in seiner Begrüßung auf die besondere Bedeutung von gutem nachbarschaftlichem Kontakt hin. Wachsame Anwohner könnten dabei helfen, Kriminelle nicht zum Zug kommen zu lassen.

„Einbruchschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, bekräftigte Polizeioberrat Thorsten Strier. „Bürger können durch aktives Handeln Einbrüchen vorbeugen und damit auch die psychische Belastung, die durch Erwartung eines Einbruchs erwächst, mindern“, fügte der Leiter des Polizeikommissariats Achim an.

Nachdem 2012 die Einbruchszahlen in Achim und der Region rasant nach oben geschnellt waren, wurde nach Angaben von Strier eine Schwerpunktgruppe ins Leben gerufen. Mit Erfolg: Durch Präventionsveranstaltungen, intensivere Straftatenverfolgung, häufigere Streifenfahrten durch die Wohnviertel und „Opfernachsorge“ sei die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden. Auch eine optimierte Ermittlungsführung und Schwerpunktkontrollen hätten sich positiv ausgewirkt.

Thema: „Wachsamer Nachbar"

Kriminaloberkommissar Joachim Kopietz referierte zum Thema „Wachsamer Nachbar“. Er erläuterte: „Anwohner können auch ohne Kosten selbst Einbruchprävention betreiben, in dem sie fremde Leute mutig ansprechen, insbesondere wenn bereits in einer Wohnstraße eingebrochen wurde.“ Der Fachmann warnte zugleich: „Aber bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.“

Sein zweiter Vortrag behandelte „technische Sicherungsmöglichkeiten“. In 28 Prozent der Fälle gelangten Einbrecher durch Fenster und Türen in die Wohnungen, in 13 Prozent der Fälle durch Steinwurf. Hier würden moderne Sicherheitsfenster zuverlässigen Schutz bieten. Unerlässlich sei heute außerdem eine sogenannte umlaufende Pilzkopfzapfenverriegelung, die das leichte Aufhebeln verhindere.

„Beim Neubau können die Bauherren viel Geld sparen und Fördermittel in Anspruch nehmen“, empfahl der Beamte von der Polizeiinspektion Verden/Osterholz. Fenster und Türen könnten in bestimmten Fällen leicht nachgerüstet werden.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete ein Beitrag zum Thema „Phänomen Einbruch, Belastung der Opfer, Tätertypen“. Gina Wollinger vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen klärte darüber auf.

Besucher hebeln Türen und Fenster auf

An vielen Informationsständen konnten Besucher Alarmanlagen und Sicherheitssysteme in Augenschein nehmen. Aber sie hatten auch Gelegenheit, selbst Türen oder Fenster aufzuhebeln und damit zu sehen, wie leicht es Einbrechern oft gemacht wird.

Mechanischer und anderer Schutz ist möglich. Darauf wiesen Handwerksbetriebe aus der Region auf dem Aktionstag hin. Mit einem Info-Stand vertreten war auch die Opferschutz-Organisation „Weißer Ring“.

Wer keine Gelegenheit fand, die lebhafte Veranstaltung zu besuchen und sich dennoch informieren möchte, findet im Internet unter www.k-einbruch.de viele nützliche Hinweise. Auskunft geben natürlich auch gerne die örtlichen Polizeidienststellen.

Der Einbruchpräventionstag mit Messecharakter, den die Achimer Kontaktbeamtin Katja Brammer sowie Polizeioberkommissarin Yvonne Totz von der Polizeiinspektion Cuxhaven organisiert hatten, lieferte einen deutlichen Mehrwert für alle Beteiligten. „Die Veranstaltung war ein großartiger Erfolg“, resümierte Achims Polizeichef Thorsten Strier 

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