Achimer Investoren planen Photovoltaik-Anlage auf einstigem Kasernengelände

Statt Lager für Kriegstreibstoff friedliche Sonnenenergie?

Kasernengelände Sanierung

Achim - Bagger und Planierraupen rollen derzeit über das letzte noch brach liegende Gelände auf der ehemaligen Steubenkaserne. Es handle sich um die „vielleicht größte jemals im Achimer Raum durchgeführte Bodensanierung“, sagt Manfred Huhs, Geschäftsführer der Gründstücks- und Erschließungsgesellschaft Achimer Stadtwald mbH & Co. KG. Nicht nur die Dimensionen des Geländes sind mit 35 000 Quadratmetern riesig – auch die Aufgabe, die hier bewältigt werden soll: Vier gigantische Öltanks aus dem Zweiten Weltkrieg müssen abgedichtet werden. Das Grundstück ist als Gewerbegebiet ausgewiesen; Huhs plant dort eine Photovoltaik-Anlage, die bis zu 700 Haushalte mit Strom versorgen könnte.

Ole Petereit und Mark Hundsdörfer (v.l.) rollen die Spezialmatte auf dem ehemaligen Kasernengelände aus. - Fotos: Duncan

Ein Bagger hievt etwas in die Höhe, das aussieht wie eine Teppichrolle. Beim Absetzen wirbelt Staub auf. Tatsächlich handelt es sich um eine Geweberolle mit Natriumbentonit-Einstreuung, wie Mark Hundsdörfer, Manfred Huhs' Geschäftspartner erklärt. „Das ergibt eine dichtende Tonschicht, da kommt kein Wasser mehr durch“, führt Hundsdörfer aus. Mit seinem Mitarbeiter Ole Petereit entrollt er das Dichtungsmaterial bis zur gewünschten Länge. Dann werden die einzelnen Bahnen abgeschnitten und „zusammengeklebt“.

Mit rund einer Million Euro rechnen die Investoren für die Maßnahme. Vor anderthalb Wochen haben die Arbeiten begonnen, Ende Oktober soll die Sanierung abgeschlossen sein – sofern das Wetter weiterhin trocken bleibt.

Hintergrund: Zu Beginn der Sanierung am Stadtwald hatten sich die Investoren Huhs und Hundsdörfer gegenüber der Stadt Achim verpflichtet, nicht nur die großen Öltanks im Bereich der jetzigen Wohngebiete zu entsorgen, sondern auch im Gewerbegebiet zwischen Steuben-Allee und Eisenbahnlinie tätig zu werden. In der Gewerbefläche liegen vier Tankanlagen, die nach dem Sanierungsplan gesichert werden müssen. Nach einem Fachgutachten durch die Dr. Priwitz Umweltberatung und nach Abstimmung mit der Bodenschutzbehörde des Landkreises Verden wurden die belasteten Böden um die Tanks herum entsorgt. Die unbelasteten Böden wurden entnommen und zum Wiedereinbau separat gelagert.

Die eingangs erwähnte wasserundurchlässige Spezialmatte wird über die gesamte Sanierungsfläche (22 000 Quadratmeter) verlegt. „Auf dieser Abdichtung erfolgt sodann ein Bodenaufbau bestehend aus einer Lehmschicht sowie Sand und Mutterboden von etwa einem Meter über Straßenniveau“, erklärt Manfred Huhs. Das Ganze wird mit einer Neigung versehen, die von der Bahnlinie bis zur Steuben-Allee reicht, damit das anfallende Oberflächenwasser in das hergestellte Grabensystem abgeleitet und dem Regenwasserkanalnetz zugeführt werden kann.

Stefan Mümken und Ole Petereit (v.l.) kleben die einzelnen Bahnen der Geweberolle zusammen.

Über die spätere Nutzung diser Gewerbeflächen ist noch nicht endgültig entschieden worden. Um die angrenzenden Misch- und Wohngebiete nicht durch übermäßigen Verkehr und Lärm zu belasten, hatten die Investoren zunächst die Ansiedlung einer Baumschule angedacht. Dieses Projekt konnte aber nicht weiter verfolgt werden, weil das Wurzelwerk der Bäume die eingebrachte Spezialmatte als Sperre auf Dauer beschädigen würde. Insofern wird derzeit eine Photovoltaik-Freiflächenanlage favorisiert. Die gesamte Grundstücksfläche würde dann als extensives Grünland angelegt, um darauf blendfreie Module aufzustellen – frei von Schall, Staub, Gerüchen und dauerhaftem Lkw-Verkehr. Die Anlage wäre maximal etwa zwei Meter hoch und die sich ergebende artenreiche Wiese würde zweimal im Jahr gemäht oder mit Schafen beweidet.

Spruchreif sind die Pläne allerdings noch nicht: „Diese Überlegungen sind noch nicht mit der Stadt Achim abestimmt“, so Huhs. Vorgesehen sind Gespräche mit der Stadt, sobald die Bodensanierungsmaßnahme beendet ist: „Dann ist die Wahlkampfzeit auch vorbei“, so Huhs. - ldu

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