Selbsternannte Humortrainerin ermuntert Landfrauen, das Leben lockerer zu nehmen

Sich öfter selbst anlächeln

Maike Carls unterstrich das Gesagte bei ihrem Vortrag im Gasthaus Gerken gerne mit Puppen und anderen Requisiten. - Foto: Mix

Achim - „Ich bin lange mit einem Essigabschmeckergesicht durchs Leben gelaufen“, bekannte Maike Carls und zog dabei ihre Mundwinkel kräftig nach unten. Schon damit zauberte sie vielen im vollen Saal des Gasthauses Gerken ein Lachen ins Gesicht. Doch jetzt trage sie ein buntes Kleid und habe Spaß, ließ sie die versammelten Mitglieder des Landfrauenvereins Achim – mehr als 120 an der Zahl – mit einem breiten Grinsen wissen. Carls erheiterte alle mit ihrem Vortrag „Alt werden ist nichts für Feiglinge“.

„Ich bin blond, fast 60, Ostfriesin, in den Wechseljahren – also, was kann man von mir erwarten?“, begann die selbst ernannte Humor-Trainerin. Und schaffte es in der Folge, ihr dankbares Publikum mit Witz und Selbstironie stundenlang bei Laune zu halten.

90-60-90? Diese von Models und Modeindustrie vorgegebenen Traummaße für eine Frau könne sie erst recht nach dem Genuss der unwiderstehlich leckeren Kuchen und Torten des Gasthauses kurz vor Beginn ihres Vortrags nicht mehr erreichen, sagte Carls und verdeutlichte das mit einem um ihre Taille gelegten Maßband. „Na, und?“ Schwupps hatte sie ein elastisches, sehr dehnbares Gegenstück in der Hand – „da sind die 60 Zentimeter“, triumphierte die lockere Diplom-Pädagogin für Erwachsenenbildung aus Reepsholt im Kreis Wittmund.

„Für das Wetter in uns sind wir selbst verantwortlich“, machte sie den nicht mehr ganz jungen Frauen im Saal deutlich. Sie ermunterte die Anwesenden, „mit Humor durchs Leben zu gehen“.

Auch und gerade, wenn im Alter Schönheit oder Fitness womöglich zu wünschen übrig lassen. Stört da etwa eine Warze am Kinn? „Ach, warten Sie mal ab, da fällt das Kinn sowieso drüber“, textete Carls unter Riesengelächter der Zuhörerinnen.

Klagen und jammern gehöre bei vielen Deutschen zum Programm, sei zur Gewohnheit geworden. „Unser Gehirn ist offenbar nicht darauf ausgerichtet, glücklich, humorvoll zu sein“, kommentierte die Referentin. Dabei sei ein Umdenken möglich – „solange der Körper noch warm ist“, also bis kurz vor dem Tod.

Höher, schneller, weiter – darauf komme es im Leben an? Seine Meinung durchzusetzen? Recht behalten? Maike Carls schüttelte den Kopf.

Sie empfahl allen, öfter sich selbst anzulächeln. „Humor ist ein gutes Schutzschild fürs Leben.“ - mm

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