Achimer Drogensüchtiger vor Gericht

Seit 1998 immer wieder Schwarzfahren

Achim - Er habe immer nur daran gedacht, „an Stoff zu kommen“, und dass er dafür vielleicht nicht mehr Geld genug haben würde. So begründete ein heute 40-Jähriger Achimer sein wiederholtes Schwarzfahren mit der Bahn.

Wegen drei Fällen solcher „Beförderungserschleichung“ zwischen Ende Januar und Ende März dieses Jahres hatte er sich vor dem Achimer Amtsgericht zu verantworten. In Form von sechs Monaten Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurden, erhielt der Mann eine letzte Chance und bedankte sich dafür.

Insgesamt 28 Eintragungen enthielt das Vorstrafenregister des Achimers. Dabei ging es seit 1998 auch immer wieder regelmäßig um Fahren ohne Fahrkarte.

Beim letzten Mal geschah dies nur vier Tage, nachdem der Drogenabhängige vor Gericht versichert hatte, er sei nun clean, werde bald eine Therapie beginnen und sich nichts mehr zuschulden kommen lassen.

In der Achimer Verhandlung wies er zunächst auf einen kürzlich überwundene schwere Erkrankung hin. Starke Medikamente habe er nehmen müssen und könne sich an die drei ihm zur Last gelegten Schwarzfahrten im Regionalzug nicht mehr klar erinnern. Es könne aber alles so gewesen sein, räumte er auf Drängen von Richter Andreas Minge ein. Einmal habe er vermutlich das Aussteigen am Heimatbahnhof Achim im wahrsten Sinne verschlafen und sei dann bei Eytrup in die Fahrkartenkontrolle geraten.

Die Bewährungshelferin des 40-Jährigen bestätigte, dass dieser bereits vier Wochen Therapie gegen seine Drogenabhängigkeit absolviert habe. Er sei jetzt seit August clean, sei nach dem letzten Vorfall nicht mehr straffällig geworden und absolviere jetzt ein Firmenpraktikum, betonte der Angeklagte, der einst zwei Berurfausbildungen abbeschlossen hat und Vater zweier Kinder ist.

Als ihn der Richter fragte, ob er bereit sei, jetzt eine Langzeittherapie anzutreten, bejahte das der Achimer. Die Teilnahme an einer solchen Therapie ist Voraussetzung dafür, dass die sechs Monate Gefängnis noch einmal zur Bewährung ausgesetzt wurden. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Sollte der Angeklagte in dieser Zeit gegen Auflagen verstoßen oder straffällig werden, müsste er die Strafe absitzen.

Richter Minge wünschte ihm, dass es dazu nicht komme. - la

Rubriklistenbild: © dpa

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