Die Mauersegler verlassen uns

Schon bald fliegen sie im Rekordtempo nach Afrika

Neben Paarung und Nahrungssuche schlafen die tolldreisten Flugkünstler sogar während des Fluges. Lediglich zur Hege ihres Nachwuchses, verlassen sie den Luftraum - zurecht tragen sie deshalb in der Fachwelt den Namen „vollendete Vögel“. Bereits Anfang August sammeln sich die Mauersegler für den Rückflug ins „Winterlager“ nach Afrika.

Achim - Von Ingo Schmidt. Die Mauersegler gelten als Sommerboten schlechthin. Ende April zogen sie aus ihren Wintergebieten im südlichen Afrika nach Nordeuropa. Nun, wo der Sommer gerade erst richtig begonnen hat, ziehen die ersten schon wieder weg. Viele Beobachter halten die rasanten Flieger mit sichelförmiger Gestalt irrtümlich für Schwalben, mit denen sie aber nicht verwandt sind.

In Achim brüten einige Paare an Fassaden der Innenstadt. Beim Blick nach oben sehen aufmerksame Betrachter derzeit die schwarzen Vögel mit dem hellen Kehlfleck in kleinen Gruppen durch die Luft jagen.

„Bei ihren sozialen Flugjagden erreichen die Tiere oft eine Geschwindigkeit bis über 200 Stundenkilometer“, erklärt der Achimer Nabu-Experte und Hobby-Ornithologe Josef Jung. Die ersten Jungtiere bilden jetzt kleine Gruppen, um gen Süden zu fliegen. „Stichtag ist der 5. August, ab dem Zeitpunkt müssen wir uns langsam von den Sommerboten verabschieden.“

Als Felsen- und Gebäudebewohner halten sich Mauersegler hervorragend an senkrechten Abstürzen fest, auf dem Boden sind sie recht hilflos. „Sie brüten in Mauerspalten, in Hohlräumen unter Dachziegeln aber auch in speziellen Nistkästen“, erklärt der Vogelfreund. Mit Spucke verkleben die Weibchen in den Höhlen Blätter, Gräser und Federn zu flachen Nistschalen, in die sie zwei bis drei Eier legen. Die Jungen, die nach knapp 20 Tagen Brutzeit schlüpfen, besitzen eine interessante Fähigkeit: „Bei Futtermangel, während längerer Schlechtwetterperioden, senken die Jungtiere ihre Körperfunktion auf Sparflamme. Je nach Ernährungszustand kommen sie so bis zu neun Tage ohne Nahrung aus“, informiert Josef Jung. „Die Altvögel fliegen bis über die Alpen, um dort zu fressen, und brauchen lediglich einen Tag für diese Strecke.“ Verläuft alles normal, fliegen die Jungtiere nach etwa anderthalb Monaten aus.

Leider werden immer mehr Fassaden so abgedichtet, dass Mauersegler keine Brutmöglichkeiten finden. „Ein großes Problem stellte in der Vergangenheit zudem der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft dar“, beklagt Jung. Wer aktiv Brutkästen an seinem Haus anbringen möchte, sollte eine Mindesthöhe von sieben Metern einhalten, damit der Abflug sicher gelingt. „Auch muss darauf geachtet werden, dass die Schlitze lang und flach sind, damit die Vögel mit ausgebreiteten Flügeln starten können“, unterstreicht Josef Jung. Die Kästen sind im Handel erhältlich, zum Beispiel bei Triebel in Achim. Wer solche Kästen selbst bauen möchte, kann Baupläne bei der Nabu-Geschäftsstelle in Hoya anfordern.

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