Hausmesse der Desma

Revolution in der Schuhproduktion

Interessierte Blicke und viele Smartephones sind auf die modernen Anlagen der Desma zur Schuhbesohlung gerichtet. - Foto: Brodt

Achim - Von Manfred Brodt. An zwei Tagen, Donnerstag und Freitag, steht Achim ganz im Zeichen der Schuhproduktion. Die Desma, Hersteller von vollautomatisierten Maschinen zur Besohlung von Spezialschuhen, hat wieder zur Hausmesse geladen, und 50 Aussteller und 700 Firmenvertreter der Branche aus aller Welt sind gekommen, um ihre eigenen Produkte zu präsentieren, die der anderen kennenzulernen und um über Detailprobleme und die Zukunft zu fachsimpeln.

Eine große Messe für die Produzenten und Verkäufer, nicht für die Endverbrauchernicht für die Endverbraucher. Nur das beschränkte Messegelände an der Desmastraße hat die Zahl der Aussteller begrenzt. Die Desma-Geschäftsführer Klaus Freese und Christian Decker sehen so in der Messe ein großes Netzwerk, wollen Erfahrungen, Gedanken austauschen, werben, aber auch erfahren, wo der Schuh drückt, im übertragenen Sinne.

Die revolutionären Veränderungen in der Schuhbranche werden anhalten, sind sie sich sicher. Die Zeiten, in denen Schuhe in Deutschland, zum Beispiel in Pirmasens, produziert wurden, sind längst vorbei. Auch die Zeiten, als man die Produktion wegen niedriger Löhne nach Italien und Portugal verlagerte, sind vorüber. Die Schuhproduktion ist längst in China oder Vietnam angekommen.

Das Zauberwort heißt „Industrie 4.0“

Allerdings gehen die Standortvorteile dieser Länder mit dem Aufkommen eines bescheidenen Wohlstandes und höheren Löhnen auch zurück. Da setzt auch die Desma mit ihren computergesteuerten, robotergestützten Maschinen an. Das Zauberwort heißt „Industrie 4.0“. Das innovative Achimer Unternehmen arbeitet daran, die Schuhproduktion zu individualisieren. Statt Massenproduktion und Verkauf von bestimmten Einheitsschuhen bestellt der Kunde per Smartphone beziehungsweise Internet seinen individuellen Schuh mit seiner Größe, seinen Fußeigenheiten, dem gewünschten Material, der gewünschten Form, Farbe und so weiter. Diese Wünsche gehen an die Kette der vielen Produzenten und auch an die digitalisierten Desma-Maschinen zur Besohlung, die den für die Person maßgeschneiderten Schuh vollenden können,

Mit 4.0 könnte der Achimer Maschinenhersteller nicht nur in China punkten, sondern auch den Partnern der Schuhherstellung Aufwind geben. Bei dieser -Maschine der neuen Generation werden kaum noch Arbeitskräfte benötigt, so dass es gleichgültig ist, ob sie in China oder Deutschland steht.

Ein Global Player ist der Marktführer Desma mit seinem Exportanteil von 95 Prozent ohnehin. China, die USA, Brasilien und Europa bilden die Hauptmärkte. So wird in diesen Tagen in Achim auch viel Englisch, Russisch oder Chinesisch gesprochen.

Donnerstagabend feierten die in Achimer Hotels untergebrachten Gäste mit einem Kulturprogramm auch den 70. Geburtstag des Achimer Unternehmens. Am Samstag begehen die 240 Desmaner mit ihren Angehörigen im Messezelt an der Desmastraße den Firmengeburtstag.  ‘ Achim

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