Podiumsdiskussion des Kreisblatts

Reizthema Verbrauchermarkt auf Lieken-Brache

Viele Besucher waren in den großen Saal im Kulturhaus Alter Schützenhof gekommen, als das Achimer Kreisblatt am Montagabend in Kooperation mit dem Kasch die Podiumsdiskussion „Achimer Argumente“ veranstaltete. Gebannt verfolgten die Zuhörer, welche Standpunkte die Vorleute der örtlichen Parteien und Gruppierungen am Podium zu verschiedenen aktuellen Themen vertraten. - Fotos: Mix

Achim - Von Michael Mix. Am von Investoren geplanten großen Verbrauchermarkt auf dem Lieken-Gelände scheiden sich die politischen Geister. Das wurde bei der Podiumsdiskussion „Achimer Argumente“ am Montagabend vor rund 130 Besuchern im Kasch-Saal deutlich.

Die Vertreter von CDU, WGA und FDP sprachen sich für solch einen „Ankermieter“ auf der Brache am Bahnhof aus, während die Repräsentanten von SPD, Grünen und Linke das mit Blick auf die Innenstadt und die bestehenden Märkte in Achim ablehnten.

Redaktionsleiter Manfred Brodt, der die Podiumsrunde moderierte, fühlte den Vorleuten der im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen kurz vor der Kommunalwahl am kommenden Sonntag unter anderem bei diesem Thema auf den Zahn. Bei der Veranstaltung des Achimer Kreisblatts in Kooperation mit dem Kulturhaus Alter Schützenhof prallten die unterschiedlichen Meinungen aufeinander.

Die CDU sei dafür, „die Innenstadt von innen nach außen zu entwickeln“, sagte deren Achimer Vorsitzender Rüdiger Dürr. Die Hamburger Investorengruppe W & S wolle 30 Millionen Euro in die Lieken-Brache stecken, um dort einen Verbrauchermarkt, aber auch Fachmärkte, zum Beispiel für Elektronik, sowie Freizeitangebote für Jugendliche, Kultureinrichtungen und Wohnungen zu schaffen. 

„Das ist eine Chance für Achim“, urteilte Dürr. „Die Stadt muss dafür keinen Cent ausgeben.“ In der Fußgängerzone und in den Straßen drumherum, fügte er an, könne er sich „Läden mit exklusivem Angebot“, Cafés, Galerien sowie mehr Plätze zum Verweilen und Plauschen gut vorstellen.

Kontra gab es vom neuen SPD-Chef in Achim. „Kaufland“ oder ein anderes Warenhaus mit mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche auf dem Lieken-Areal anzusiedeln, sei keine gute Idee, widersprach Michael Pahl. „Uns ist eine wohnortnahe Versorgung wichtig – die vorhandenen Märkte von Baden bis Uphusen sind wie an einer Perlenkette aufgereiht“, sagte der SPD-Vorsitzende. Ein großes Einkaufszentrum am Bahnhof würde „das kaputtmachen“. 

Zudem müsste die Stadt sehr wohl auch bei dem Investorenkonzept in die Tasche greifen, nämlich für die Erschließung des Geländes. Die Sozialdemokraten seien dafür, die Fläche über ein Sanierungsprogramm mit Hilfe von EU- und Bundesmitteln zu entwickeln. Bezahlbarer Wohnraum, Gewerbe, kleine Läden und ein Zentraler Omnibusbahnhof könnten dort nach der Ansicht von Pahl entstehen. Und bei der Fußgängerzone setze er auf belebende Impulse durch das hoffentlich bald öffnende Lokal im alten Bibliotheksgebäude und den Umzug der Kreissparkasse an den Kreisel, wodurch Immobilien in zentralster Lage frei würden.

Wenn auch in kleinen Schritten, in der Innenstadt gehe es voran, äußerte Peter Bartram (Grüne). Auf die „eher kontraproduktiven Pläne“ von W & S für das Lieken-Gelände könne Achim getrost verzichten, sagte der Vorsitzende des Ortsverbands. Für das „Sahnestück mit Schokostreuseln drauf“ stünden Investoren Schlange, behauptete Bartram. Er sehe in Achim Bedarf für Wohnungen, Gewerbe und Büros, der dort, unweit des Bahnhofs, gedeckt werden könnte.

WGA-Mann Wolfgang Heckel hielt dagegen nichts vom „Lieken-Sanierungsprogramm, das der Stadt 1,4 Millionen Euro kosten würde“. Der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft Achim sprach sich dafür aus, dort Lebensmittel „auf noch zu diskutierender Fläche“ anzubieten, denn andernorts im Stadtgebiet existierten Märkte auch nebeneinander. Die City, schob Heckel nach, könnte durch ein „begehbares Pflaster“ und ein Mehrgenerationenhaus attraktiver werden.

Philip Radke, der Linke neben ihm, schüttelte den Kopf. Ein Einkaufszentrum auf dem Lieken-Gelände würde sich nicht lohnen und keine Sogwirkung für die Innenstadt entfalten, sagte der Kandidat für den Stadtrat. Er schlug vor, auf der Fabrikbrache bezahlbare Wohnungen und Freizeitstätten für junge Leute, etwa eine Skateranlage, zu errichten.

Hans Baum, Vorsitzender der FDP Achim, brachte einen neuen Aspekt in die Diskussion. In der Fußgängerzone sehe er überwiegend alte, nicht erhaltenswerte Gebäude, da diese von den Eigentümern seit Jahren vernachlässigt würden. In diesem Umfeld kämen Ladenbetreiber „kaum über die Runden“, stellte der Liberale fest und folgerte: „In der Innenstadt wird sich ohne Konkurrenz von außen nichts bewegen.“ Die könnte seiner Meinung nach bei Lieken, aber auch in Achim-Nord erwachsen. Baum machte sich dafür stark, sowohl die Fabrikbrache als auch die Innenstadt durch Investoren entwickeln zu lassen.

Mehr zum Thema:

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

BVB holt mit starkem 2:2 bei Real den Gruppensieg

Bayer holt sich mit 3:0 gegen Monaco Selbstvertrauen

Bayer holt sich mit 3:0 gegen Monaco Selbstvertrauen

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Widerstand der Rebellen in Aleppo bricht immer mehr zusammen

Kruse mit Turban: Werder-Training am Mittwoch

Kruse mit Turban: Werder-Training am Mittwoch

Meistgelesene Artikel

Mofafahrerin im Eitzer Kreisel von Lkw erfasst

Mofafahrerin im Eitzer Kreisel von Lkw erfasst

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Verden hat nun einen Dirt-Park

Verden hat nun einen Dirt-Park

Zwei Panzerfäuste in Achim gefunden

Zwei Panzerfäuste in Achim gefunden

Kommentare