Golfsportanlage bietet Umweltbildungsangebot für jedermann

Pitchen und Chippen an Streuobstwiesen

Clubmanager Thomas Schmidt, Umweltkoordinator Hans-Dieter Poehls und Imker Thorsten Wilkens (von links) präsentieren die fertige Streuobstwiese. Auf einem Hektar wachsen rund 80 Hochstämmer mit etwa 25 verschiedenen Obstsorten, für die auch Patenschaften übernommen werden können. - Fotos: Schmidt

Badenermoor - Mit seinem Umweltprogramm fördert der Golfclub Achim naturnahe Räume direkt am Sportler-Grün und präsentierte gestern die fertiggestellte Streuobstwiese. „Für die biologische Vielfalt spielen solche traditionellen Landschaftselemente eine bedeutende Rolle“, erklärt Hans-Dieter Poehls. Als Koordinator hat er die Streuobstwiese über einen Zeitraum von drei Jahren geplant, entwickelt und gemeinsam mit dem Greenkeeper-Team umgesetzt.

Bis zu 5. 000 Tierarten sollen darin Nahrung, Unterschlupf und Nistmöglichkeiten finden, darunter Fledermäuse, Vögel, Säuger sowie Spinnen und Insekten. Auf der ein Hektar großen Fläche wachsen alte und regionale Obstsorten, die heute kaum noch jemand kennt – besondere Unterarten von Äpfeln, Birnen, Pflaumen, Kirschen oder Walnuss. Besonders stolz ist der Ökologie-Experte Poehls auf eine Ur-Achimer Apfelsorte: „Den Uphuser Tietjenapfel hatte der Lehrer Friedrich Seebode um 1900 in der Achimer Marsch kultiviert und verbreitet“, erklärt der ehemalige Außenhandelskaufmann, „dann war die Sorte verschollen und ist in einem Gärtnerhof bei Zeven jetzt wieder aufgetaucht.“

Wo ist die Königin? Bienen sammeln auf dem 125 Hektar großen Gelände über die ganze Wachstumsperiode hinweg fleißig Nektar und produzieren den typischen Golfplatz-Honig.

Das Streuobstwiesenprogramm wird gefördert und unterstützt von der Bingo Umweltstiftung. „Initiiert wurde das Club-Programm Golf & Natur aber vom Deutschen Golfverband“, erläutert Clubchef Thomas Schmidt, „dadurch soll ein gezieltes Biotopmanagement die Artenvielfalt auf Golfplätzen erhöhen und gleichzeitig Sportlern und Gästen den Wert nachhaltiger, biologischer Vielfalt vermitteln.“ Eine Schautafel, die in den Waldheim Werkstätten hergestellt wurde, enthält eine Legende mit den vorhandenen Obstsorten und informiert über Bedeutung, Erträge und Bewirtschaftung des Landschaftselementes Streuobstwiese. „Auf der natürlich angelegten Golfanlage finden auch Bienen reichlich Nahrung“, beschreibt Thorsten Wilkens weitere Vorteile. Der Nachbar, Biologe und golfender Imker betreut insgesamt acht Völker auf der Anlage. „Aber die gesamte Golfanlage bietet Bienen über das gesamte Jahr hinweg Nahrung“, erklärt der Biologe. „Die Golfplatz-Völker gehören zu meinen ertragreichsten.“ In einer einsehbaren Schaubeute erleben Neugierige hautnah Arbeit und Leben eines Bienenvolkes – und mit Glück entdecken sie dabei die Königin.

Wer nun alles über vergessene Obstsorten wie „Ruhm aus Kirchwerder“, „Prinz Albrecht von Preußen“, oder „Schneiders späte Knorpelkirsche“ erfahren möchte, ist herzlich eingeladen: Die Anlage steht ab sofort allen Interessierten offen – Golfer wie Besucher können selbst Früchte ernten. Als besonderen Service hält das Golf & Natur-Team während der Erntezeit jeden Tag frisch gepflückte Äpfel im Clubhaus bereit. Kinder und Erwachsene können im Rahmen einer naturkundlichen Führung in den zahlreichen Biotopen der Golfanlage auf Entdeckertour gehen. Interessenten können mit Hans-Dieter Poehls einen Termin vereinbaren (Tel. 015577/ 1218119).

sch

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