Bessere Bedingungen für Sanitäter und Ärzte 

Neue Rettungszentrale in Achim

Auch Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling und Ausschussvorsitzender Jens Richter (v.r.) sind von der Trainingsanlage zur Brandbekämpfung beeindruckt. - Foto: Schmidt

Achim - Für geschätzte 2,4 Millionen Euro will der Landkreis an der Embser Landstraße eine neue, 80 Meter lange Rettungszentrale schaffen. Eine benötigte Trainingsanlage zur Brandbekämpfung wird dagegen noch nicht angeschafft. Das waren die wichtigsten Punkte der Sitzung des Kreisausschusses für Feuerwehrangelegenheiten am Donnerstag in der Achimer Feuerwehrzentrale an der Embser Landstraße.

Als Rettungszentrale fungierte bisher das frühere Gebäude der Autobahnmeisterei an der Embser Landstraße. Es wies, wie mehrfach berichtet, große Mängel für die Rettungssanitäter auf, ist beispielsweise zu eng und zu hellhörig. Einstimmig befürwortete so der Ausschuss den Neubau, der eine mindestens 15-jährige Zukunft bietet. Ein Schulungstrakt, Wasch- und Fahrzeughalle, Dekontaminationsräume jeweils für Männer und Frauen, Sozialräume mit Aufenthalts-, und Umkleidezimmer, ein Notarztzimmer, Technikraum und zehn Ruheräume gehören zu dem Neubau.

Wegen der Nähe zur Autobahn verfügt das geplante Gebäude über ein zweischaliges Mauerwerk, Stahlbetondecken und Fenster der höchsten Schallschutzklasse sowie über eine Lüftungsanlage. „Der jetzige Zustand mit Containerlösung ist auf keinen Fall länger tragbar“, erklärte Regina Tryta und sprach sich damit für eine schnelle Umsetzung der Pläne aus.

Der Beschluss muss nun noch durch den Kreistag am 28. Oktober bestätigt werden, Dann könnte das Vorhaben endgültig auf den Weg gebracht werden.

Die Lübecker Firma Dräger hatte ihr Modell der Ausbildungsanlage zur Brandbekämpfung auf dem Feuerwehrgelände zur Sitzung aufgestellt. „Die Anlage besteht aus 23-Fuß-Containern, die t-förmig angeordnet sind und sichere einsatzrealistische Bedingungen simulieren“, erläuterte Dräger-Trainer Kevin Sundermann. Es sei die bisher einzige Anlage, die Holz, Gas und Flüssiggas gleichermaßen verfeuern könne. Vom Entstehungsbrand über einen Zimmer- oder Küchenbrand bis hin zur Kaltrauchentwicklung und Rauchgasdurchzündung kann das realistische Szenario eines Strahlrohreinsatzes geübt werden, sowie das richtige Verhalten der Einsatzkräfte bei Innenbränden mit großer Hitzeentwicklung in vollkommener Dunkelheit.

Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling berichtete, dass man Landeszuschüsse ausschließen könne. Kooperationen mit den benachbarten Landkreisen Heidekreis und Rotenburg sowie dem Lande Bremen kämen nicht zustande, weil die bereits ähnliche Anlagen betrieben. Einzig der Landkreis Osterholz verfolge ein vergleichbares Konzept und besitze noch keine solche Trainingseinrichtung. Mobile Containeranlagen, wie sie in Diepholz Anwendung fänden, böten nicht den gewünschten, hohen Ausbildungsstandard. Zu den Kosten: Ein doppelstöckiges Arrangement wie im Kreis Rotenburg koste etwa 650 000 Euro. Eine vergleichbare Anlage, wie sie die Firma aus Schleswig-Holstein zu Demonstrationszwecken auf dem Gelände hinter dem Feuerwehrhaus aufgestellt hatte, wurde mit etwa 350.000 Euro beziffert.

„Über eine hohe Auslastung einer solchen Anlage kann kein Zweifel bestehen“, versicherte Hans-Hermann Fehling. Ein Beschluss wurde nicht gefasst, da noch Angebote weiterer Anbieter mit Folge- beziehungsweise Unterhaltungskosten geprüft werden sollen. - sch

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