TSV Achim zeigt beim Tag der offenen Tür in Uphusen Rollstuhl-Rugby

Neue Sportart: „Mischung aus Schach und Autoscooter“

Die Sportler wärmen sich fürs Rollstuhl-Rugby auf. - Foto: Lakemann

Uphusen - Etwas völlig Neues entsteht in der Sparte Rehasport im TSV Achim: Seit dem 1. November gehört die Sportspezies „Rollstuhl-Rugby“ zum Angebot. Um die Sportart bekanntzumachen, veranstaltete der TSV am Sonntag in der Uphuser Halle Am Arenkamp einen Tag der offenen Tür.

„Damit wollen wir jedes Mitglied ansprechen und das dient auch der Horizonterweiterung. Wir wollen zeigen, dass unser Verein voll und ganz hinter dem Integrationssport steht“, lässt Heiko Strüver als erster Vorsitzender des TSV Achim wissen. Neben der neuen Sportart waren am Sonntag auch Einblicke in den Rollstuhlbasketball, der schon länger im TSV-Angebot ist, möglich. Doch im Mittelpunkt steht der Rollstuhl-Rugby, der in den späten 70er-Jahren in Kanada entwickelt wurde.

Kurz nach zwölf Uhr war es dann soweit und die Sportler, die an mindestens drei Gliedmaßen eingeschränkt sind, zeigten im Probespiel ihr Können. „Unser Sport ist eine Mischung aus Schach und Autoscooter“, schmunzelte Kai Schäfer, einer der Iniatoren des neuen Sports im TSV. Seine Frau Andrea fungierte als „Ober-Schiedsrichterin Rollstuhlrugby“ und ihr Mann überwachte den Spielablauf von außen, obwohl er wohl gerne selber auf dem Spielfeld mitgemischt hätte.

Im Rollstuhlrugby geht es darum, einen Volleyball mit extra verstärkten Sportrollstühlen hinter einen acht Meter breiten Zielpunkt zu transportieren. Da wird viel geblockt, gesperrt und mit der richtigen Taktik ist der Erfolg gewiss. Das zweimal wöchentliche Training findet derzeit in Embsen statt und Kai Schäfer hofft, dass der Rollstuhlrugby von der Arbeitsgemeinschaft Achimer Sportvereine (AAS) demnächst Trainingszeiten in der barrierefreien Sporthalle in Uphusen zugewiesen bekommt. „Das Problem in Deutschland ist, dass die Behindertensportverbände zu wenig Geld bekommen“, ärgert sich Kai Schäfer.

Schon während der ersten Stunden haben sich zwei neue Handicapsportler bereit erklärt, die jüngste Sparte im TSV zu unterstützen. Marcus aus Bremen und der aus Oldenburg stammende Gerrit wollen ihren Sport, der auf dem Basketballfeld ausgetragen wird, fortan im TSV ausüben. „Der Sport zieht mich an und ich habe das Angebot des Vereins auf einer Internetseite gesehen. Da hat es mir gleich gefallen“, verrät Gerrit, der seine Hände akribisch mit Sport-Tape abklebt.

Nebenan wird der Rollstuhlbasketball gezeigt. Die Abteilung spielt schon in der dreigleisigen Dritten Liga, verrät Basketballer Nico Röger. „Wir wollen gemeinsam was ins Rollen bringen“, betont Röger, der mit dem Tag der offenen Tür auch dazu beitragen will, die Barrieren in den Köpfen abzubauen.

Auch Vorsitzender Heiko Strüver ist hin und weg vom Handicapsport. Besonders die neue Sparte, die sich freilich erst noch etablieren muss, hat es ihm angetan. Was da auf dem Spielfeld passiert, umschreibt Strüver mit den Worten: „Das ist Rollstuhlbasketball verfeinert.“ - bjl

Mehr zum Thema:

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Grande Dame des Liberalismus: Hildegard Hamm-Brücher ist tot

Hildegard Hamm-Brücher gestorben

Hildegard Hamm-Brücher gestorben

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Weihnachtskonzert des Rotenburger Ratsgymnasiums

Verden: Tanz macht Schule 

Verden: Tanz macht Schule 

Meistgelesene Artikel

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Süßes vom Nikolaus auch für große Werder-Kicker

Nikolausmarkt in Dörverden - wohltuend und wärmend

Nikolausmarkt in Dörverden - wohltuend und wärmend

Stadt will Teil der Liekenfläche kaufen

Stadt will Teil der Liekenfläche kaufen

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Weihnachstmärkte am 3. Advent 

Kommentare