Achimer Vermarktungsgesellschaft kündigt Investor Log4Real aus Düsseldorf

Aus für Mega-Logistikzentrum

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Freude beim Vertragsabschluss im Juli 2015: Von links: Thomas de Vries (KSK Verden), Christian Bischoff (Log4real) und 1. Stadtrat Bernd Kettenburg.

Achim - Von Manfred Brodt. Der (Alb)-Traum vom riesigen Logistikzentrum des Unternehmens Log4Real im neuen Achimer Gewerbegebiet „Uesener Feld“ ist beendet. Die EVG Achim, Entwicklung und Vermarktung von Grundstücken, eine gemeinsame Gesellschaft von Stadt Achim und Kreissparkasse Verden, hat den vor mehr als einem Jahr geschlossenen Vertrag mit dem Unternehmen aus Düsseldorf jetzt gekündigt.

Achims Erster Stadtrat Bernd Kettenburg, neben dem Immobilienchef der Kreissparkasse Thomas de Vries, Geschäftsführer der EVG, teilte Mittwoch schriftlich mit:

So sollte es im Gewerbegebiet Uesener Feld aussehen: 15 Meter hohe Logistikhallen auf 85 000 Quadratmetern für eine große Laster-Flotte der verschiedensten Branchen.

„Im Verlaufe des gemeinsam getragenen Entwicklungsprojektes ist es zu Verzögerungen und unerwarteten Entwicklungen gekommen, die bei der EVG ernsthafte Zweifel an der tatsächlichen Realisierbarkeit des Vorhabens begründen und eine erfolgreiche Projektentwicklung im Uesener Feld haben unwahrscheinlich werden lassen.“

Kettenburg bemängelt im Gespräch mit unserer Zeitung, Log4Real habe keinen Mieter für die riesigen Hallen nennen können, weshalb auch bis heute die unverzichtbare Verkehrsanalyse für die Auswirkungen des Projekts auf Achim nicht in Auftrag gegeben werden konnte.

Da man keinerlei Perspektive gesehen habe und keine Endlosschleife wollte, habe die EVG gekündigt, nachdem zugesagte Termine nicht eingehalten worden seien.

Dabei waren im Juli vor einem Jahr noch zunächst alle happy, als das Unternehmen das komplette neue Gewerbegebiet mit mehr als 158.000 Quadratmetern gekauft hatte, 52 Millionen Euro investieren und 400 Arbeitsplätze schaffen wollte. 422 Stell- und Rangierflächen für Autos und Laster, die rund um die Uhr fahren, waren vorgesehen.

Das Unternehmen warb und wirbt mit 71 Logistikzentren für Firmen der verschiedensten Branchen in ganz Deutschland und Westeuropa und versucht seit einiger Zeit auch an zahlreichen anderen Orten Deutschlands sein Glück.

Im Herbst 2015 sollte in Achim Baubeginn, im letzten März Einweihung sein. Im Mai diesen Jahres hatte Firmenchef Christian Bischoff uns bestätigt, dass sein „Ankermieter“ Ende 2015 zur Konkurrenz gewechselt sei, hatte dann aber eine positive Nachricht für den Sommer angekündigt. Positiv im Sinne der Realisierung ist diese Nachricht aber nun wirklich nicht.

„Anschluss Achim-Ost dafür nicht geeignet“

Der Firmenchef bestreitet uns gegenüber jetzt allerdings, keine Mieter für die großen Logistikhallen gehabt zu haben.

Gescheitert sei es, und er habe bewusst alle Fristen verstreichen lassen, weil die Anbindung und Erschließung über die Autobahnanschlussstelle Achim-Ost diese Zahl der Laster einfach nicht bewältigen könnte, weil die andere Seite am Verhandlungstisch ihm da nicht entgegengekommen sei und er diese Staus seinen Firmenkunden nicht zumuten könne.

Dass auch die EU-Zuschüsse für die längst fertige Zufahrt im Gewerbegebiet, die wegen der Logistikhallen hätte verlegt werden müssen, zurückzuzahlen gewesen wären, habe nur eine Nebenrolle gespielt. Im Mai hatte der Unternehmenschef uns dagegen noch gesagt, das positive Verkehrsgutachten werde kein Problem sein.

Der Firmenboss kündigt an, mit seinen für das Achimer Logistikzentrum schon vertragsbereiten Kunden an einen anderen Standort im Großraum Bremen zu gehen. „Es gibt ja nicht nur Flächen in Achim“.

Enttäuschung bei den Befürwortern des Achimer Großprojekts, Erleichterung bei jenen, die ein Verkehrschaos in Uesen befürchteten.

Achim will jetzt das Gewerbegebiet mit mehreren kleinen und mittleren Unternehmen füllen. Auch an die Logistikbranche denkt man, die in Nähe der Häfen Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie des Bremer Kreuzes ja verstärkt Flächen sucht. Im benachbarten Gewerbegebiet Achim-Ost wird so Coca Cola ein Logistikzentrum schaffen.

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