Dürr sieht Handlungsbedarf, Bartram nicht

„Krähen vertreiben, auch gegen Kreis“

Achim - Ein Aufreger in Achim sind seit Jahren auf Bäumen in Wohngebieten siedelnde Saatkrähen, die stundenlang laut krächzen und mitunter Terrassen oder Kindergärten vollkoten. Kein Wunder, dass bei der Podiumsrunde am Montagabend das Thema emotional diskutiert wurde.

Krähen machten Menschen mit ihrem Lärm und ihren Exkrementen krank, „sie quälen viele“, sagte Rüdiger Dürr (CDU). An besonderen Belastungspunkten sollte die Stadt Krähenklatschen einsetzen, Bäume beschneiden und leere Nester beseitigen, um die Vögel zu vertreiben.

„Was ist, wenn der Landkreis, wie bisher, nein zu derlei Maßnahmen sage?“, wandte Manfred Brodt, Moderator der Runde, ein. Solle die Stadt dann den Kreis verklagen mit wahrscheinlicher Prozessiererei ohne Ende? Notfalls ja, antwortete Dürr.

Michael Pahl (SPD) warnte davor, „den Bürgern falsche Versprechungen zu machen“. Schließlich habe der Gesetzgeber die Saatkrähe unter Artenschutz gestellt. Vor diesem Hintergrund könne die lokale Ebene wenig ausrichten.

Egal, ob Unterschutzstellung der Alten Aller, von Wölfen oder Krähen – vieles werde von der EU über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden, bemängelte Hans Baum (FDP). „Das baut Frust bei der Bevölkerung auf.“

Als „Krähenfan“ bezeichnete sich dagegen Peter Bartram (Grüne). „Ich habe eine ganz andere Einstellung zu diesem Tier.“ Er sehe da in Achim „kein großes Problem“. Verkehrslärm werde vielfach ertragen, eine Kolonie lauter Krähen aber offenbar nicht, sagte Bartram.

Philip Radke (Linke) pflichtete dem Grünen bei. Er selbst habe mal an einer vielbefahrenen Straße und nahe von Krähenbäumen gewohnt und dabei den Autolärm als weitaus schlimmer empfunden. Durch Vergrämen, merke Radke an, werde man die intelligenten Rabenvögel kaum los. Denn Saatkrähen seien Kulturfolger. „Wenn man sie irgendwo vertreibt, siedeln sie sich anderswo wieder in der Nähe von Menschen an.“

mm

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

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