Engpass in Uesen: Politische Mehrheit will kostengünstige „Übergangslösung“

Kinder in Schule betreuen statt neuen Hort zu errichten

Der in einem Mobilbau auf dem Gelände der Grundschule Uesen untergebrachte Hort ist mit seinen 40 Plätzen ausgebucht. - Foto: Mix

achim - Der von vielen Eltern beklagte nachschulische Betreuungsengpass in Uesen soll nach dem Willen des Sozialausschusses beseitigt werden. Der Antrag von Karl-Heinz Lichter (CDU), den Ratsbeschluss, pro Stadtteil nicht mehr als 40 Hortplätze einzurichten, zu kippen, wurde in der Sitzung am Donnerstag jedoch von der Mehrheit aus SPD, Grünen und WGA zurückgewiesen. Am Ende unterstützten alle eine von Bernd Junker (SPD) vorgeschlagene „Übergangslösung“, die auf eine Betreuung in der Grundschule hinausläuft, bis diese den Ganztagsbetrieb aufnimmt.

So soll nun die Stadtverwaltung klären, „wieviel Plätze in Uesen konkret fehlen“, dann die Kosten für die verschiedenen Varianten ermitteln und schließlich im Einvernehmen mit den Eltern und der Schule zu einem Ergebnis gelangen. Rektorin Meike Wernwag zeigte sich in der Sitzung wenig begeistert von den Plänen der Stadt, die nachschulische Betreuung in die Klassenräume zu verlagern, denn dort bewahrten die Schüler auch persönliche Sachen auf.

Auf Antrag von Petra Gölz aus der CDU-Fraktion hatte die Verwaltung dazu verschiedene Modelle aufgelistet und die Kosten berechnet. Ein weiterer Hort in Uesen für 40 Kinder und Betreuung bis 17 Uhr, wie von den Christdemokraten gewollt, würde danach Ausgaben von rund 250 000 Euro pro Jahr verursachen. Weitaus günstiger für die Stadt käme ein einstündiger „Pädagogischer Mittagstisch“ nach Unterrichtsschluss für 40 Grundschüler mit rund 20 000 Euro; dazu müssten die Eltern noch einen Beitrag leisten. Auch eine doppelt so lange Betreuung in den Räumen der Schule, also zehn Stunden pro Woche, die nach der Kalkulation der Stadt kaum teurer wäre, würde die Landesschulbehörde genehmigen. Für darüber hinaus gehende Zeiten müsste jedoch eine pädagogische Konzeption entwickelt und eine Betriebsgenehmigung nach dem Kindertagesstättengesetz beantragt werden.

Sozialfachbereichsleiterin Wiltrud Ysker nannte noch eine weitere Alternative. Eine Grundschule in einer Nachbargemeinde biete der Stadt Achim bis zu 15 Betreuungsstunden pro Woche an.

Mit den „Kompromissvorschlägen“ präsentiere die Verwaltung geradezu „Sahneschnitten“, sagte Ute Barth-Hajen (Grüne). Ilka Engelberg, Vertreterin für den Kita-Stadtelternrat, wies darauf hin, dass es in Baden und Uphusen bald zu ähnlichen Engpässen kommen könne.

Das Land wolle Geld für weitere Ganztagsschulen bereitstellen, da sollte Uesen doch bald mal dran sein, merkte Gölz an. Eine Machbarkeitsstudie solle 2017 erstmal abklären, ob der beengte Standort überhaupt dafür geeignet sei oder ob etwa ein kostspieliger Neubau her müsse, antwortete Vize-Verwaltungschef Bernd Kettenburg. „Wann die Ganztagsschule startet, kann man jetzt nicht seriös sagen.“ - mm

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