Christine Vornholt: Schmidt und Scholl-Latour

Sie kann ständige Kritik an Achim nicht hören

Christine Vornholt. - Foto: Sommerfeld

Achim - Sie konnte die ständige Kritik nicht mehr hören. „Die Stadt Achim wird oft negativ beurteilt. Zu Unrecht“, findet Christine Vornholt. Denn: „Achim hat so viele Möglichkeiten, um die uns viele beneiden.“ Um die hervorzuheben, kandidiert sie für die Grünen Achim und steht auf Platz 3 der Liste für Achim-Ost und für den Kreistag.

Die gebürtige Leipzigerin kam als Baby in den Westen. Die Familie zog oft um. Vornholt absolvierte Studium und Prüfungen zur staatlich anerkannten Bekleidungstechnikerin, bevor sie Anfang der 70er Jahre nach Fernost übersiedelte und dort arbeitete. 1988 kam sie zurück und fand in Achim ihre Heimat. „Hier fühle ich mich heimisch“, sagt sie. Sie ist verheiratet und Mutter eines erwachsenen Sohnes.

Schon lange ist die Uesenerin mit Silke Thomas von den Grünen bekannt – „Wir haben uns über die Kinder kennengelernt“ –, bis diese sie im vorigen Jahr fragte, ob sie nicht kandidieren wollte. Nach einiger Bedenkzeit und Teilnahme am niedersächsischen Mentoring-Programm „Politik braucht Frauen“ ließ sie sich auf die Liste setzen. „Durch das Programm bekam ich Einblick in die Kommunalpolitik“, meint sie. Naja, ganz fremd ist ihr die Kommunalpolitik nicht: Seit mehr als einem Jahr ist sie beratendes Mitglied in drei Gremien des Stadtrats (ohne Stimmrecht) für die Grünen.

Ihren Schwerpunkt will die 66-Jährige auf Stadtentwicklung und Finanzen/Haushalt legen und dabei in andere Richtungen denken: „Man könnte in der Fußgängerzone Wohnungen für Senioren-WGs schaffen“, nennt sie ein Beispiel. Das Umdenken beginnt für sie im Kleinen, wie bei Möglichkeiten zum sicheren Abstellen von Fahrrädern an den Bahnhöfen über die Einrichtung von Ladestationen für E-Autos und E-Bikes bis zur Zusammenarbeit mit Firmen, um gemeinsam öffentlichen Nahverkehr ins Gewerbegebiet einzurichten.

Vornholt ist in der Bürgerinitiative „Rote Hand“ gegen Erdgasbohren engagiert und setzt sich gegen die Verwendung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat ein: „Trinkwasser ist unser Lebensmittel“, sagt sie. Ihre Freizeit verbringt sie mit ihrer Familie. Außerdem liest sie gern, vor allem Bücher von Peter Scholl-Latour – „Ich war ja lange im Ausland“ – und Helmut Schmidt – „Ich habe alle seine Bücher gelesen. Er war ein großer Politiker“. Sie verbringt gern Zeit allein in ihrem kleinen Garten, legt aber auch großen Wert auf Nachbarschaftshilfe und Kommunikation.

Werte, die Vornholt in ihre Ratsarbeit einbringen möchte: den Menschen zuhören, sie mitnehmen. Meinungen gelten lassen, auch wenn es nicht die ihren sind. Konzentriert und sachbezogen arbeiten. „So kann man Achim zu einer lebenswerten, impulsiven Stadt machen“, ist sie überzeugt.

is

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