Jasper van't Hof und Tony Lakatos begeistern mit Konzert in St.-Petri-Kirche

Fast bricht sogar Jubel aus

Jasper van&#39t Hof (links) und Tony Lakatos erwiesen sich in der St.-Petri-Kirche als Meister ihres Fachs.
+
Jasper van't Hof (links) und Tony Lakatos erwiesen sich in der St.-Petri-Kirche als Meister ihres Fachs.

Oyten - Von Bernd Hägermann. Mit einem Solo-Konzert von Jasper van´t Hof begann vor sieben Jahren in Oytens St.-Petri-Kirche eine Konzertreihe, die bis heute „Domino“ heißt und in der Zwischenzeit etliche Freunde gefunden hat. Das veranstaltende „Team Domino“, ein rühriger Arbeitskreis der Kirchengemeinde, hat bislang ein Gespür für Musiker bewiesen, die nicht im Mainstream Orientierung suchen, sondern gerne gegensätzliche oder ganz neue Richtungen einschlagen.

Jasper van´t Hof war am Freitagabend wieder einmal zu Gast in Oyten. Diesmal in Begleitung des Saxophonisten Tony Lakatos – Spross einer ungarischen Familie von Geigern, der sich früh für das Blasinstrument entschied. Offensichtlich aus gutem Grund. Bis heute war Lakatos an rund 300 CD-Produktionen beteiligt. Lakatos spielt im Orchester des Hessischen Rundfunks ebenso wie in vielen Bands.

Dieses Domino-Konzert wurde zum Anlass genommen, die neue CD des Duos van´t Hof/Lakatos vorzustellen. Das Werk heißt „Go with the wind“ und enthält ausnahmslos Kompositionen des Niederländers, der in den 1980er Jahren mit „Pili Pili“ einen Erfolg landete, der drei Jahrzehnte später im Nachklang sogar an Bedeutung gewinnt. Jasper van´t Hof bewegt sich zwischen Weltmusik und Jazz und erkundet dabei für sich reizvolle musikalische Wege.

Und wieso gerade Oyten für die Vorstellung der neuen CD? An der Orgel kann es nicht liegen. Sie ist nicht die klangvollste, dafür verfügt der Kirchenraum, in dem sie steht, über eine sehr gute Akustik. Jasper van´t Hof sprach sogar von einer „phantastischen Akustik“. Mit dem Instrument hatte er schon bei seinem ersten Konzert Freundschaft geschlossen. Im Gästebuch des Domino-Teams bezeichnet er es als „meine warme und liebe Orgel“.

Die Freundschaft zur Orgel allerdings musste Jasper van´t Hof nach so langer Trennung zu Beginn des Konzerts deutlich wieder auffrischen. Spätestens beim Stück „Formule“ und der musikalischen Huldigung „Toto“ an den Gitarristen Toto Blanke war er ihr aber wieder nah. Und in den gut gefüllten Bankreihen auf der Empore brach nach anfänglich verhaltenem Beifall fast schon Jubel aus.

Der galt nicht nur der unprätentiösen Art eines Könners wie van´t Hof, sondern im selben Maße Tony Lakatos, der zwischen kraftvollen und sensiblen Passagen wechselte und dabei virtuos auftrumpfte. Das Spiel des Duos beanspruchte die uneingeschränkte Aufmerksamkeit eines Publikum, das sich dessen bewusst war. Es gab einen Zeitpunkt an diesem Abend, wonach der Zuhörer keine kompositorische und klangliche Feinheit mehr überhören wollte.

Jasper van´t Hof hatte zu Beginn des Konzerts gesagt, ein Premierenpublikum habe immer auch die Funktion eines „Probekaninchens“. Es gibt schmerzhaftere Experimente für Versuchskaninchen.

Mehr zum Thema:

Nach Verwüstungen im Süden wüten weitere Unwetter

Nach Verwüstungen im Süden wüten weitere Unwetter

Strategen, Schildkröten und ein Roboter

Strategen, Schildkröten und ein Roboter

Apps und Sensoren: Helfer bei der Parkplatzsuche

Apps und Sensoren: Helfer bei der Parkplatzsuche

Es raucht, stinkt, duftet: Wo Parfum-Flakons herkommen

Es raucht, stinkt, duftet: Wo Parfum-Flakons herkommen

Meistgelesene Artikel

Ein Tag mit 60 Auftritten

Ein Tag mit 60 Auftritten

Tiefer Einblick in Medizin

Tiefer Einblick in Medizin

Große Trauer um Karlheinz Gerhold

Große Trauer um Karlheinz Gerhold

Alkohol und Tabak für Tausende von Euro geraubt

Alkohol und Tabak für Tausende von Euro geraubt

Kommentare