Kandidat will soziale Schieflage beseitigen

„Grundeinkommen für alle schaffen“

Achim - „Die Gesellschaft in Deutschland ist stark in soziale Schieflage geraten“, sagt Philip Radke. Es gebe eine Menge Hartz-IV-Empfänger, aber auch immer mehr Beschäftigte könnten von ihrem Lohn „nicht vernünftig leben“, insbesondere in Berufen im Erziehungs- und Pflegebereich, „die wichtig für uns alle sind“. Radke, Kandidat der Linken für den Achimer Stadtrat und den Verdener Kreistag, will das ändern und verweist auf das Programm seiner Partei.

Jeder sollte ein Grundeinkommen in Höhe von gut 1.000 Euro bekommen, unabhängig von einer Erwerbstätigkeit. „90 Prozent der Bevölkerung würden dadurch mehr Geld in der Tasche haben als jetzt“, behauptet der Politikwissenschaftler. Aber wie soll das gehen? Alles sei seriös durchgerechnet, versichert Radke. Finanzieren müssten es die Großverdiener und Vermögenden über deutlich höhere Steuern.

Der Bremer, der vor drei Jahren mit seiner Familie nach Achim-Baden gezogen ist – „wir wollten es ruhiger haben“ – setzt sich zudem dafür ein, ein Sozialticket im Landkreis Verden einzuführen. Bekommen sollten es Menschen, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind, und Rentner, die Grundsicherung beziehen, so wie es in der nahen Hansestadt praktiziert werde. „Mobilität ist wichtig, um am sozialen Leben teilhaben zu können, um Freunde oder öffentliche Einrichtungen besuchen zu können“, erläutert Philip Radke.

Er hält es darüber hinaus für notwendig, Familien mit schmalem Geldbeutel stärker zu unterstützen, um den Kindern zum Beispiel die Mitgliedschaft in einem Verein zu ermöglichen. Radke, selbst Vater von zwei Söhnen, 4 und 3 Jahre alt, und einer gerade erst geborenen Tochter, spricht sich auch dafür aus, für sogenannte sozial Schwache Eintrittsgelder und Kursgebühren zu ermäßigen.

Ein weiteres Anliegen des 38-Jährigen ist, Leuten, die den zweiten Bildungsweg beschreiten, finanziell unter die Arme zu greifen. In Bremen werde das Kolleg für den Erwerb des Abiturs erheblich bezuschusst, weiß Radke, der selbst auf diesem Wege die Zugangsberechtigung für ein Studium erworben hat. „So etwas könnte zum Beispiel an den Berufsbildenden Schulen eingerichtet werden.“ Es sei doch besser, in einem Kolleg zu büffeln als in einer Abendschule, die nach einem oft anstrengenden Arbeitstag besucht werden müsse.

Als weiteren Punkt nennt der Linke den „Bau von hochwertigen Wohnungen“, die zu „erschwinglichen Preisen“ zu kaufen oder zu mieten sein müssten. Dabei sollte nach seiner Meinung allerdings darauf geachtet werden, dass diese nicht geballt in einem Viertel entstehen, um Gettos wie im Magdeburger Viertel zu vermeiden.

Und wie soll die Lieken-Brache in Achim künftig genutzt werden? Freizeitangebote für Jugendliche, etwa eine Skateranlage, wünscht er sich für das Gelände am Bahnhof. „Supermärkte gibt es ja schon genug in Achim.“

Freizeit bedeutet für Philip Radke selbst übrigens eher ein Fremdwort. Zum einen ist er zu Hause als Vater gefordert. Der aus einer Arbeiterfamilie stammende Kandidat, der nach eigenen Angaben jahrelang gejobbt und den „Bachelor“ in Politikwissenschaften in der Tasche hat, studiert aber auch weiterhin an der Uni Bremen, um den Master-Abschluss zu erreichen und damit seine Chancen für eine Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter zu verbessern. Hobbys? „Ich lese gerne. Besonders Fantasy und deutsche Klassiker.“ 

mm

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