Jule Malischke und Stefan Bormann im Kasch

Mit Gitarren intime Momente schaffen

Umzingelt von Gitarren: Jule Malischke und Stefan Bormann. - Fotos: Hägermann

Achim - Von Bernd Hägermann. Als Jule Malischke vor Jahresfrist in der Veranstaltungsreihe „Haste Töne“ im Kulturhaus Alter Schützenhof (Kasch) zu Gast war, spielte die Gitarristin und Sängerin, die in Dresden studierte, gemeinsam mit ihrem Kollegen Sören Meinen. Diesmal war im Blauen Saal Stephan Bormann mit dabei.

Bormann ist Gitarren-Professor in Dresden. Das Duo sang und spielte Stücke von Malischkes CD „Whatever may happen“, die bereits im November 2014 veröffentlicht worden war. Bormann wirkte als Arrangeur daran mit. Auf Konzerten ist er die qualitative Entsprechung seiner Partnerin.

Das titelgebende Stück ist eines von insgesamt elf Eigenkompositionen. Darin beleuchtet Malischke einige „Momentaufnahmen“, gibt die „Princess“, der sinnbildlich hin und wieder die Krone wackelt, aber niemals fällt, oder offenbart nicht nur in „Cool song“ jenes hohe Maß an warmherziger und souveräner Bühnenpräsenz sowie eine Spiel- und Gesangstechnik, die sich bei ihr immer wieder in meisterhafter Ausprägung zeigt.

Zuvor hatten zwei Mitglieder der Band „Lotte“ gespielt. Jan Grosfeld und Niklas Jakobs waren für Mareike Christ und Tjark Cassens eingesprungen, die krankheitsbedingt kurzfristig absagten. Das dritte Mitglied von „Lotte“ heißt Jakob Fraisse. Derzeit jedoch studiert er in Mexiko. Das Duo Grosfeld/Jakobs fühlte sich bei seinem Auftritt ohne den dritten Mitspieler „ganz schön komisch“ und benötigte etwas Zeit, um sich freizuspielen. Der Lohn dafür: Freundlicher Beifall vom Publikum und von Jule Malischke ein herzliches Dankeschön.

Mit akustischen Gitarren intime Momente zu schaffen, erscheint bei Malischlke und Bormann ganz einfach. Technische Grundfertigkeiten und eine durchgängige Virtuosität schaffen dafür die Grundlage. Jule Malischke sprach einmal davon, dass in Dresden die weltbesten Gitarrenprofessoren unterrichten. Die Professoren in Dresden jedenfalls leisten ganz offensichtlich erstklassige Arbeit. Nicht verwunderlich, dass Susanne Groll vom Kasch sich bei ihrer Begrüßung über die guten Kontakte zur Dresdner Gitarrenschule freute. Diese persönlichen Verbindungen seien Garant für weitere herausragende Konzerte.

„Lotte“ mit Jan Grosfeld und Niklas Jakobs waren kurzfristig eingesprungen.

Malischke und Bormann waren auf der Bühne beinahe umzingelt von Gitarren. Acht Stück für unterschiedliche Verwendungen. „Meine Gitarren tragen Namen“, verriet Jule Malischke. Ralle ist für sie der Bruder von Kalle. Stefan Bormann hingegen nummeriert seine Instrumente. Zum Einsatz kam auch eine Oktav-Gitarre – kleiner als die anderen, aber an diesem Abend „unser wertvollstes Stück“. Musikalisch ganz gewiss bei „Taste of summer“, eine Hommage an längst vergangene Sommermonate, als die Luft warm war und so viele Augenblicke kostbar. Wiederholungen erwünscht, aber niemals wirklich gelungen.

Auf „Whatever may Happen“ verarbeitet Jule Malischke in „Goodbye my love“ eine Liebe, die nicht mehr trägt, beschwört „Veränderung“, ist der „Hero for you“, wünscht „Don´t be sad“ und verspricht „Ich nehm dich mit auf meine Reise“. Ihre musikalische hat gerade erst begonnen. Doch sie ist schon jetzt so spannend, dass ihre nordwestdeutschen Fans sich auch zukünftig regelmäßige musikalische Reiseberichte wünschen.

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