Geschenke selbst machen

„Badener Weihnachtsstube“ bleibt bei Groß und Klein Kult

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Buntes Treiben im Saal: Bianca Selck (links) machte ein hübsches Weihnachtsgesteck für den Klassenraum ihrer Tochter fertig.

Baden - Die „Badener Weihnachtsstube“ bleibt auch in Zeiten der Götzen Handy, Konsum und Vereinzelung Kult. Groß und Klein strömen nach wie vor an vier Nachmittagen in der Vorweihnachtszeit in das evangelische Gemeindehaus, um dort gemeinsam zu basteln. Diese Woche scheint es dort noch voller als sonst zu sein. An zig Tischen in allen Räumen wird emsig gewerkelt, manch Weihnachtsgeschenk von hohem ideellen Wert entsteht hier.

Organisatorin Erika Paradies hat zusammen mit Dutzenden Helferinnen und Helfern wieder alles bestens vorbereitet. Das benötigte Material für die kreativen Arbeiten liegt bereit und kann zu Taschengeldpreisen erworben werden. Und an allen Tischen sitzen versierte Kräfte, um den Kindern, ihren Müttern und Vätern oder Großeltern beim Anfertigen des gewünschten Teils behilflich zu sein oder zumindest eine Anleitung zu geben.

Gleich vorne, hinter der Eingangstür, ist die Domäne der Männer und Jungs. Weihnachtsbäume und Rentiere mit Schlitten aus Sperrholz hängen dort an den Fenstern im Rücken der Werkbänke. Nils Ole Brinker und Luca Härtel, zwei zehnjährige Jungs, haben sich für Herzen entschieden, die sie mit der Laubsäge und Schmirgelpapier in Form bringen. „Hier mischen aber auch einige Mädchen mit. Alle sind mit Begeisterung dabei“, berichten Werner Vast und Günter Rebers, die mit vier weiteren Männern die Laubsäge-Station betreuen.

Ein Stück weiter bekleben Kinder Acrylkugeln, in denen sich Lichterketten kringeln, mit Strohseide. „Das sieht dann sehr dekorativ aus am Weihnachtsgesteck oder im Korb mit Tannengrün, -zapfen und Strohsternen“, erläutert Yvonne Wesemann und zeigt auf hübsch bunt leuchtende Beispiele. „Die Kugeln sind hier der Renner“, sagt sie noch. Am Dienstag, dem ersten Tag der Weihnachtsstube, seien gleich 35 Stück hergestellt worden.

Im Saal arbeitet Bianca Selck an einem Gesteck, mit dem sie den Klassenraum ihrer Tochter Lorena, die in der Grundschule Baden die erste Klasse besucht, weihnachtlich schmücken möchte. Was steckt da jetzt schon alles drin? Blautanne, Christstern, Ilex, Tannenzapfen, zählt sie auf, „und ganz tolle Haselnüsse“, fügt die junge Mutter an und zeigt auf die Früchtchen, die den Tontopf neben einem Wichtelmännchen zieren. „Für das ganze Material habe ich nur drei Euro bezahlt.“

An einem langen Tisch ist unterdessen eine ganze Reihe Kinder dabei, Wickelsterne zu fabrizieren. Frauen greifen ihnen dabei unter die Arme. „Ein etwas kräftigerer Draht wird rund um sternförmig auf einem Holzbrett angeordnete Nägel straff gezogen und am Ende verwickelt“, erklärt Dietlinde Aucamp. Anschließend ziehen junge Bastler, so wie gestern zum Beispiel Matti (9), bunte Perlen an einem dünnen Draht ein.

Wer an den Tischen entlang schlendert, sieht noch viele wunderbare Sachen mehr, die dort in filigraner Handarbeit geschaffen werden. Etwa Duftorangen, Kerzen, Geschenktüten, Papiersterne, Schals, Weihnachtskarten oder Wickelschafe.

Zwischendurch genießen viele Erwachsene gerne Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Auch dieser Verkaufserlös kommt je zur Hälfte der Kirchengemeinde Baden und der Partnergemeinde Ethembeni in Südafrika zugute. Die Weihnachtsstube ist noch heute und morgen von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

mm

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