Elffacher Betrug: Sechs Monate auf Bewährung

Freiheitsstrafe für irren Kaufrausch

Achim - Sie habe keine Lust mehr, sich mit der Sache zu beschäftigen, „Mir glaubt doch hier sowieso niemand“, stöhnte die Angeklagte. „Verurteilen Sie mich einfach, dann bin ich damit durch“.

Das Urteil des Achimer Amtsgerichtes lautete dann auf sechs Monate Freiheitsstrafe wegen gemeinschaftlichen elffachen Betrugs. Die Frau und ihr damaliger Lebensgefährte waren im August 2015 beim Besuch des Posthausener Einkaufszentrums in einen Kaufrausch verfallen, obwohl sie nichts mehr auf dem Konto hatten. Der Mann muss sich in einem getrennten Verfahren verantworten.

Lebensmittel, Hosen, teure Bettwäsche, Schuhe, Parfüms und vieles andere türmten sich damals in bis zum Bersten gefüllten Einkaufswagen. Die Tochter der Angeklagten und der Sohn mit Freundin – samt Auto herbeibeordert, weil ein Kofferraum nicht reichte, um alles zu verstauen – durften sich ebenfalls Wunsch-Artikel aussuchen.

Summa summarum kostete diese Shoppingtour gut 3000 Euro. Zwar wurde im so genannten Lastschriftmodus an der Kasse die Rechnung vorerst beglichen. Einige Tage darauf stand dennoch die Polizei vor der Tür, weil diese Kunden nicht wirklich zahlen konnten. Ein Hausverbot vom Einkaufszentrum folgte.

Mann hatte angeblich Geld

Die Angeklagte hatte geltend gemacht, dass der Ex-Partner damals angeblich einen größeren Bar-Betrag erwähnte, den er von seiner Pflegemutter erhalten habe. Also habe sie geglaubt, dass genügend Geld zum Ausgeben vorhanden sei. Der frühere Gefährte, heute 41 Jahre, räumte ein, 440 Euro als Mietunterstützung von der Mutter erhalten zu haben. Ansonsten habe er seiner Freundin gleich zu Beginn der Beziehung auch von seiner Privatinsolvenz berichtet. Somit sei allen Seiten die enge Finanzlage vor dem großen Einkauf klar gewesen.

Die Staatsanwältin stufte wie Richter Matthias Hahn die Version der Angeklagten als nicht glaubhaft ein. „Sie haben gemeinsam geplant, mal so richtig fett einzukaufen und alles abgesprochen“, war er überzeugt.

Die Frau ist auch vorbestraft wegen Betruges und zudem wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung. Weil sie aber einen festen Arbeitsplatz als Lageristin hat, sich um die noch bei ihr wohnende 18-jährige Tochter kümmert und seit 2015 auch nicht mehr mit dem Gesetz in Konflikt geriet, wurde die Freiheitsstrafe zur Bewährung ausgesetzt. - la

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Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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