Einwohnerversammlung mit Gutachten zur „Nördlichen Innenstadt“

„Entweder Einkaufszentrum oder die Marktpassage“

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Das Plangebiet im Modell mit der Eisenbahnlinie und dem Bahnhof unten, der Embser Landstraße rechts und den riesigen, das Gebiet prägenden Lieken-Gebäuden in der Mitte, die wohl abgerissen und entsorgt werden müssen.

Achim - „Auf diesem Areal ist richtig was los. Jeder Eigentümer hat was vor: Verkaufen oder investieren“, sagt Frank Schlegelmilch, und er meint als verantwortlicher Rahmenplaner die nördliche Innenstadt Achims mit dem Lieken-Gebiet.

Zu der stellten am Mittwochabend während einer gut besuchten Einwohnerversammlung im Achimer Rathaus mehrere Gutachter neue Erkenntnisse vor. Wichtige Aussage: Achim kann entweder auf dem Lieken-Gelände ein Fachmarktzentrum mit Lebensmittelmarkt oder den Supermarkt in der Marktpassage haben, aber nicht beides.

Andreas Gustafsson vom Institut Balwien Gesa unterstrich, wegen der Trennung durch die Bahnlinie und die Brücke könne man ein neues Einkaufszentrum und die Fußgängerzone mit der Marktpassage nicht koppeln, keine Verbindung für die Kunden und Synergieeffekte herstellen. 

Durch einen großflächigen Einzelhandel in dem neu geplanten Gebiet nördlich der Eisenbahn würden nicht nur der Rewe-Markt und die Marktpassage, sondern weite Teile der Kernstadt zusammenbrechen, die doch eine gute Nahversorgung biete, aber zu wenig Non-Food-Artikel bereithält. Das große Lieken-Gelände ist allerdings in der Hand der Investoren Will und Skrabs (W&S), die bisher große Geschäftspläne hatten.

Wird angesichts ihrer Schlüsselrolle damit nicht jede Veränderung blockiert? Dr. Monika Nadrowska, Fachbereichsleiterin Achims für Stadtplanung, und Planer Schlegelmilch meinen Nein, denn W&S hätten auch die Gegebenheiten erkannt und seien mittlerweile auch im Wohnungs- und Bürobau sehr aktiv. Zahlreiche Treffen mit ihnen gerade in jüngster Zeit hätten stattgefunden, in denen man sich nicht konfrontativ, sondern konstruktiv näher gekommen, aber noch nicht deckungsgleich sei.

Die Stadtplaner schlagen jedenfalls schon vor, nördlich der Bahn ein Mischgebiet für Gewerbe und Geschäfte bis 800 Quadratmeter und Wohnungen zu errichten. Da besonders der Lärm der Bahn und der Trafostation extrem sind, soll ein Riegel aus hohen Bürohäusern an der Bahnlinie Lärmschutz für nördlich gelegene Wohnungen bieten. Die Nachfrage danach, insbesondere für preiswerte Wohnungen für Singles und Senioren sei groß. Schließlich leben auch in der nahen Vogelsiedlung viele ältere Menschen in nicht altersgerechten Wohnungen.

Nördlich der Bahn ist zudem ein neues Parkhaus für die vielen Pendler geplant, das keine hässliche Kiste sein soll, sondern auch Café, Kino oder sogar einen Kindergarten integrieren könnte. An die Bahnlinie nach Bremen passt zudem auch ein Hotel, für das es schon Interessenten gibt.

Erschließen ließe sich das Gebiet zum Beispiel über einen neuen Kreisel an Embser Landstraße und Fritz-Lieken-Eck und eine Straße Richtung Gaswerkstraße. Wichtig ist den Experten auch, dass von dem Bahnhof über die Bahnhofstraße eine klare Verbindung zur Fußgängerzone für Radler und Fußgänger geschaffen werde, denn zur Zeit sehe man am Bahnhof gar nicht, wo die Innenstadt ist. 

Der Bahnhof soll auch Zentrum des hier noch bedeutungslosen Busverkehrs werden. Fest steht, dass der historische und beliebte Lieken-Turm nicht mehr zu retten ist, aber ein neuer könnte nachgebaut werden.

Bis zum Sommer 2017 soll über den Rahmenplan noch diskutiert und vom Rat entschieden werden.

Achim stehen hier im Rahmen der Städtebauförderung 4,5 Millionen Euro für private und öffentliche Investitionen in einem Jahrzehnt zur Verfügung.

mb

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