Kleingartengebiet an der Potsdamer Straße besteht seit 70 Jahren

„Ein bisschen wie Bullerbü“

Vielfalt kennzeichnet die Mitgliederstruktur in den Kleingartenvereinen „Abendfrieden“ und „Auf dem Plan“, aber auch das Erscheinungsbild der Gärten: Manche lieben Blumen, andere nutzen die Flächen komplett für den Obst- und Gemüseanbau. - Foto: Schmidt

Achim - Nach Ende des Zweiten Weltkrieges sicherten sie mit ihrem Ertrag das Überleben, heute sind Schrebergärten hauptsächlich Zufluchtsorte, in denen Hobbygärtner Ruhe und Zeit zur Besinnung finden.

Die Achimer Kleingartenvereine „Abendfrieden“ und „Auf dem Plan“ mit ihren 80 beziehungsweise 25 Parzellen bieten noch weitaus mehr: Sie kennzeichnet offenbar ein herzliches und respektvolles Miteinander sehr unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten – alte und junge Menschen stehen füreinander ein und unterstützen sich gegenseitig.

Zur gemeinsamen Feier am Vereinsheim versammelte sich am Sonnabend die bunte Vielfalt der Vereinsmitglieder bei Kaffee und Kuchen sowie Grillware und Salaten. Vorsitzender Vladimir Sterz dankte allen Hobbygärtnern für die geleistete Arbeit und unterstrich die harmonische Atmosphäre: „Wir sind alle deutsche Freunde“, sagte er.

Anschließend begrüßte die zweite Vorsitzende Silke Struckmeyer die Gratulanten Bürgermeister Rainer Ditzfeld und Joachim Roemer vom Landesverband niedersächsischer Gartenfreunde. Gartenfreund Ditzfeld überbrachte seine Glückwünsche: „Viele Menschen wollen wieder eine eigene Ernte hochziehen, ganz frei von Zusatzstoffen.“ Er selbst schätze die Ruhe, die er beim Gießen seiner Pflanzen erlebe.

„70-jähriges Bestehen und fast genauso lange an einem Ort, das ist eine große Leistung“, betonte Verbandspräsident Roemer. Er wies auf die besondere gesellschaftliche Bedeutung der Kleingartenvereine und bedauerte, dass sie häufig Bauvorhaben weichen müssten. Umso wichtiger sei die Verbandsarbeit, um auf politischem Wege diese Kleinode zu schützen.

Auch die Frauen und Männer vom „Abendfrieden“ zeigte sich wehrhaft, das Vereinsgelände lag nicht immer an der Potsdamer Straße. „Erste Gärten entstanden 1946 nahe des alten Sportplatzes, wo jetzt die Waldenburger Straße liegt“, weiß Parzellenbetreiber Harry Hundertmark. „Außerdem gab es Parzellen auf dem heutigen Baumplatz am Markt, dem damaligen Landratsgrundstück.“

In zentraler Lage waren die Parzellen aber bald unerwünscht und so zogen die Kleingartenpioniere widerwillig auf das weite Feld, als man um 1950 von Landwirten die jetzigen Flächen pachten konnte. Auch stellte sich Ehrenmitglied Christoph Rippich als Bürgermeister einmal schützend vor die Kleingärtner: „Als der Eigentümer die Pacht erhöhen wollte, habe ich einen Bebauungsplan-Aufstellungsbeschluss mit gleichzeitiger Veränderungssperre erlassen, daraufhin konnte die Pacht nicht mehr so gewaltig erhöht werden“, erläuterte er jetzt.

Bohnen, Himbeeren, Kürbisse zwischen Ringelblumen, Geranien und Tomaten – einen vielseitigen, manchmal verwunschenen Rückzugsort hat sich Meike Mewes in den vergangenen vier Jahren auf ihrem Areal geschaffen. „Ich wohne mitten in der Stadt und suchte einen solchen Garten, in dem ich einfach ein bisschen puddeln kann“, erklärt die Achimerin. Einen vollkommen herunter gekommenen Garten habe sie sich nach eigenen Vorstellungen gestaltet: „Ein bisschen wie Bullerbü.“ Große Freude erlebe sie, wenn sie auf die Ergebnisse ihrer Arbeit blickt und die eigene Ernte genießen kann. - sch

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