Abwasser-Eigenbetrieb deutlich im Plus

Dieser Haushalt löst Freude aus

Achim - Eigentlich sind die Bürger zu Sparsamkeit beim Wasserverbrauch aufgerufen. Fällt aber mehr Abwasser an, ist das aus Sicht des Achimer Abwasserbeseitigungs-Eigenbetriebs erfreulich, denn es bedeutet höhere Gebühreneinnahmen.

Auf diesen Widerspruch wies Ernst-Wilhelm Hoppe von der Wirtschaftsprüfungsfirma Fides in seinem Bericht zum Haushaltsabschluss 2015 des städtischen Eigenbetriebs nebenbei hin.

Einige große Projekte sind schon absehbar

Hoppe war Gast auf der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses Abwasserbeseitigung im Rathaus. Fazit seines Berichts: der Abschluss 2015 weist einen deutlichen Überschuss aus, der durch Erhöhung der Regenwassergebühren von 65 auf 85 Cent pro Kubikmeter, zusätzliche Haushaltsanschlüsse und eben wegen insgesamt größerer Abwassermengen erzielt wurde.

2,7 Millionen Euro erwirtschaftete der Abwasserbetrieb aus seiner laufenden Tätigkeit. Ein Jahresgewinn von 930 123, 63 Euro blieb übrig. Der Prüfer lobte auch den hohen Eigenkapitalanteil von etwa einem Drittel und die Höhe der liquiden Mittel des Eigenbetriebs.

Insgesamt gab es für den Haushaltsabschluss 2015 den „uneingeschränkten Bestätigungsvermerk“ ohne irgendwelche Einwände vom Rechnungsprüfungsamt.

Einstimmig erteilte der Ausschuss daher der Leitung des Eigenbetriebs Abwasserbeseitigung Entlastung für das Wirtschaftsjahr 2015. Der Gewinn wird unter anderem dem Eigenkapital und den Rücklagen im allgemeinen Haushalt der Stadt Achim zugeführt, der wie berichtet zur Zeit nicht sehr rosig aussieht.

Kostenüberdeckungen im Bereich Abwasserentsorgung sind allerdings ebenso wie Unterdeckungen laut Vorgabe im Niedersächsischen Kommunalabgabengesetz innerhalb von drei Jahren auszugleichen.

Dieses in anderen Bundesländern so nicht geltende Verbot, Gewinne anzuhäufen, beurteilte Uwe Schmöcker als Betriebsleiter des Achimer Klärwerks durchaus kritisch.

Er wies auf in den kommenden Jahren voraussichtlich anstehende größere Investitionen hin: Bau einer vierten Reinigungsstufe unter anderem zum Herausfiltern feinster Kunststoffteilchen aus dem Wasser sowie eine größere Verbrennungsanlage für allen Klärschlamm, der anfällt. Dieser darf in Achim wegen des übermäßig hohen Kupfergehalts – vermutlich aus alten Wasserleitungen und Rohren stammend – nicht auf Feldern ausgebracht und muss zu 100 Prozent verfeuert werden.

Weiter sei zu überlegen, aus betriebswirtschaftlichen Gründen noch eine eigene Windkraftanlage für das Klärwerk zu bauen, damit dieses seinen ziemlich großen Energiebedarf vollkommen selbst abdecken kann. 

la

Rubriklistenbild: © dpa

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