Ehepaar stiehlt etliche Waren bei Dodenhof

Diebisches Duo bereut „Einkaufstour“

Achim - Von Lisa Duncan. Die Tat sei nicht geplant gewesen und man habe auch nicht den Zweck verfolgt, sich zu bereichern, beteuerte ein Ehepaar aus Achim, das gestern wegen gemeinschaftlichen Diebstahls auf der Anklagebank des Achimer Amtsgerichts saß.

Zum Moonlight-Shopping hatten ein 30-jähriger Mann und seine 27-jährige Gattin das Posthausener Kaufhaus Dodenhof besucht – und an diesem 1. April 2016 hatten sie bis 23 Uhr in mehreren Etappen Waren im Wert von mehreren hundert Euro aus dem Geschäft getragen, ohne sie zu bezahlen. Unter dem Diebesgut befanden sich Alkoholika, Bekleidungsstücke und Schuhe, ein Wäschesack, Kulturbeutel, ein Babyfon und ein Kinderbuggy.

Als sie zum zweiten Mal den Laden verließen, um weitere nicht bezahlte Sachen im Auto zu verstauen, wurden sie vom Kaufhauspersonal gestellt. Das Paar gab ein paar Sachen zurück und bezahlte für einen Teil der Waren.

Ganz kurzfristig habe man sich zu den Taten entschlossen. Wie die Frau schilderte, habe sie zunächst lediglich hinausgehen wollen, um ihr Portmonee zu holen. Dabei hatte sie den noch nicht bezahlten Einkauf bereits im Schlepptau. Durch die offen gestalteten Kassen bei Dodenhof sei sie unbehelligt ins Freie gelangt. Dann sei es beiden plötzlich „verlockend“ erschienen, die Waren auf dem Fahrersitz und im Kofferraum zu lassen. Anschließend habe man sich spontan zu einer weiteren „Einkaufstour“ entschlossen. „Das geschah instinktiv und aus der Situation heraus“, sagte die Frau. Bei dieser zweiten Etappe trugen die beiden weitere Waren in einem Wäschesack und einer Wickeltasche hinaus.

Während man beim ersten Mal, als die beiden das Geschäft verließen, noch von einer Unterschlagung ausgehen könne, sei diese zweite Tat eindeutig als Wegnahme oder Diebstahl zu bewerten, sagte Richter Andreas Minge. „Sie haben sich vielleicht einmal von ihren Gefühlen überwältigen lasssen. Aber dann darf man nicht wieder rein.“ Unter diesen Umständen lehnte der Richter eine Einstellung des Verfahrens ab. „Da sie darauf bestanden haben, dass sie nicht aus Vorsatz gehandelt haben, ist es nicht egal, wie oft sie ins Kaufhaus reingegangen sind“, betonte Minge.

Das Ehepaar war bisher noch nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, weder der 30-Jährige noch die 27-Jährige waren vorbestraft. Zudem war ihnen die Reue über die Taten anzumerken: „Das war ein Fehler und es wird nicht mehr vorkommen“, sagte der Angeklagte.

Richter Minge verurteilte das Duo wegen Unterschlagung und Diebstahls jeweils zu Geldstrafen. 1600 Euro (40 Tagessätze à 40 Euro) soll die Frau bezahlen, ihr Mann muss eine Zahlung von 2000 Euro (40 Tagessätze à 50 Euro) leisten. Darüber hinaus tragen die Angeklagten die Kosten des Verfahrens. Damit lag der Richterspruch deutlich über der Forderung der Staatsanwältin, die für 20 Tagessätze à 30 Euro plädiert hatte.

Rubriklistenbild: © dpa

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