Ausstellung „Freiheit und ich“ eröffnet 

Auch radikale Ansichten mit ertragen

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Die Macher und Initiatoren der Ausstellung, Pascal Rauer (links) und Stephan Leenen (Mitte), wollen zur Diskussion über unsere Grundrechte anregen. Rechts ein besonderer Besucher: Hans-Hermann Hille von der Kabarettgruppe „Achimer Schlitzohren“. 

Achim - Wie weit reichen die Grenzen der freien Meinungsäußerung? Was würde jeder investieren, um seine Freiheitsrechte zu verteidigen? Wann sehen Menschen ihre persönlichen Grundrechte gefährdet?

Antworten und weitere Fragen finden Besucher zur Zeit im Achimer Rathaus. Im Foyer eröffnete am Dienstagabend Dr. Stephan Leenen als Leiter der Stadtbibliothek die Ausstellung „Freiheit und ich“.

Die Präsentation weist auf den besonderen gesellschaftlichen Stellenwert unserer Grundrechte hin, die viele Bürger als selbstverständlich erachten, während Menschen weltweit dafür kämpfen müssen.

Die Aufsteller liefern einen Rückblick auf die Geschichte des nunmehr 61 Jahre alten deutschen Grundgesetzes und ermuntern zur Stellungnahme: Jeder Gast darf für sich eingrenzen, was Freiheitsrechte für das eigene Leben bedeuten, oder mit Gästen über die Bedeutung der Grundrechte im alltäglichen Miteinander diskutieren.

Anschaulich benennt eine Landkarte unterschiedliche Freiheitsrechte nach Artikel 2, 4, 5, 8, 9, 11, 12 des Grundgesetzes und zeigt die jeweilige Tragweite auf. Besucher können Stellungnahmen zu Thesen abliefern, die Rechte auf einem Zettel in einer Freiheitsskala einordnen und so das eigene Freiheitsempfinden ausloten.

„Die Situation zur Pressefreiheit stellte sich viel drastischer dar“

Die Präsentation entstand auf Grundlage einer Wanderausstellung der unabhängigen Nemetschek-Stiftung, die einen Beitrag zur demokratischen Kultur in Deutschland leisten möchte. Erweitert wurde bestehendes Material durch zwei „Wandzeitungen“ und eine „Bewertungswand“, welche die Mitarbeiter der Stadtbibliothek, FSJler Pascal Rauer und Auszubildende Lucia Scheidel unter der Leitung von Stephan Leenen erstellt haben.

„Die Situation zur Pressefreiheit stellte sich bei der Zusammenstellung der Tafeln viel drastischer dar, als ich sie selbst bis jetzt wahrgenommen hatte“, beschreibt Pascal Rauer eigene Eindrücke.

In seiner Eröffnungsrede wies Leenen darauf hin, dass die Freiheitsrechte der Menschen immer wieder neu abgesteckt und diskutiert werden müssten. „Grundrechte gewährt stets der Staat, der gleichzeitig auch über die Einhaltung wacht“, gab der Initiator zu bedenken: „Das ist in vielen Staaten nicht unproblematisch.“

Jeder Bürger müsse aber auch Einschränkungen seiner eigenen Freiheit hinnehmen, die ihm aus der grundrechtlich geschützten Freiheitsausübung anderer entstehen. Das bedeute zum Beispiel, auch radikale Ansichten zu ertragen.

Die Ausstellung wirft weitere Fragen auf: Ist ein Schleierverbot gerechtfertigt, nur weil wir es als Unfreiheit wahrnehmen? Gelten Freiheitsrechte auch für Hassprediger? oder: Warum fordern Menschen ihre Freiheitsrechte nicht ein?

Zu sehen ist „Freiheit und ich“ noch bis zum 9. Dezember. 

sch

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