Fachmann vom ADAC zeigt Schülern Gefahren auf

Auch langsam fahrendes Auto kann tödlich sein

Anschaulichen Verkehrsunterricht erlebte gestern unter anderem die Klasse 6d der Achimer Realschule mit Klassenlehrer Michael Kemper. ADAC-Instruktor Gerhard Kreie (rechts) zeigte den Kindern auf der abgesperrten Breslauer Straße unter anderem den Bremsweg von Autos auf. - Foto: Hemmen

Achim - „Achtung Auto“ – unter dieser Überschrift zeigte Gerhard Kreie vom Allgemeinen Deutschen Autoclub (ADAC) Kindern und Jugendlichen aus der Achimer Realschule und der Liesel-Anspacher-Schule reale Verkehrssituationen auf. Schon Unfälle mit Autos, die mit kaum 30 Stundenkilometern unterwegs sind, könnten tödlich enden, verdeutlichte der Fachmann.

Richtiges Verhalten im Straßenverkehr muss erlernt und trainiert werden. In den ersten Lebensjahren wirken die Eltern oder größeren Geschwister für die Kleinkinder als Vorbilder. Danach folgt die Verkehrserziehung im Kindergarten und in der Schule. Doch die sei oft nicht optimal, bemängelte Kreie.

Heranwachsende nähmen im Laufe der Zeit sehr viel theoretisches Wissen über Straßenverkehr und die Fahrzeuge auf, könnten daraus aber vielfach keine praktischen Schlüsse ziehen, erläuterte der ADAC-Instruktor bei der Aktion „Achtung Auto“. Dabei erlebten die Schülerinnen und Schüler reale Verkehrssituationen „handlungsorientiert“, sagte Kreie. „Learning by doing“ hieß es gestern auch für die Klasse 6d der Realschule auf der eigens für die Aktion abgesperrten Breslauer Straße.

Ein wesentliches Thema dort: Wie überquere ich sicher eine Straße? „Kinder sind noch nicht in der Lage, die Geschwindigkeit eines sich nähernden Fahrzeugs richtig einzuschätzen“, erklärte der Experte. Sie glaubten auch, dass ein Auto ebenso wie ein Fußgänger oder Radfahrer einfach sofort stoppen könne.

Die rennenden Schüler merkten dann, dass es ihnen nicht gelang, an einer vorgegebenen Stelle aus vollem Lauf anzuhalten. „Reaktionsweg plus Bremsweg ist Anhalteweg“, erfuhren sie am eigenen Leib.

Anschließend markierte jedes Kind mit einer kleinen Pilone am Fahrbahnrand die Stelle, wo es das Anhalten des von Kreie gefahrenen Autos bei Tempo 30 erwartet. Hierbei verschätzten sich die meisten Schüler. Als dann das Experiment mit 50 Stundenkilometern wiederholt wurde, beschrieb die Aussage eines Schülers, „nun sind alle verletzt“, exakt die Situation.

Gerhard Kreie schilderte schließlich noch den Ablauf eines Aufpralls und dessen Folgen. Auch nannte er noch einige Gründe, die die Reaktionszeit sowohl beim Autofahrer als auch bei anderen Verkehrsteilnehmern verzögern könnten. Ein Beispiel sei das Telefonieren während der Autofahrt, auch mit einer Freisprecheinrichtung. Denn bereits ein Autounfall bei lediglich 30 Stundenkilometern könne tödlich enden, mahnte der ADAC-Mann.

Die gewonnenen Erkenntnisse müssen die Schülerinnen und Schüler demnächst noch in einem Wissenstest beantworten. Klassenlehrer Michael Kemper ist sich sicher, dass das nach einem so anschaulichen Unterricht kein Problem darstellen wird.

Weitere Schulen, die an der Aktion interessiert sind, können „Achtung Auto“ bei der Verkehrsabteilung des ADAC-Regionalclubs Weser-Ems, Telefon 0421/4994210, oder E-Mail: Verkehr@wem.adac.de, anfordern. - hem

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