Neues Gutachten zeigt erhebliche Mängel auf

Achim hat die „falschen Wohnungen“

Geschätzte Wohnlage und teures Pflaster. - Foto: Laue

Achim - Von Manfred Brodt. Das Weserstädtchen vor den Toren der großen Weserstadt namens Achim wächst und wächst, um weitere 1700 Einwohner bis 2030 auf 31.700 und wie kaum ein anderer Ort im Kreis mit Neubaugebieten. Auch der Anteil der Alten nimmt zu.

Die über 75-Jährigen, die heute zehn Prozent der Stadtbevölkerung stellen, werden 2020 schon 16 Prozent ausmachen. Auch wenn überall Häuser wie Pilze aus dem Boden schießen, hat die Stadt doch einen erheblichen Wohnungsmangel, wenn man den Aussagen der zwei Planungsbüros akp sowie p+t glauben will. Ihr Gutachten wurde jetzt während der Sitzung des Achimer Ratsausschusses für Wirtschaft, Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr im Rathaus vorgestellt.

Danach hat Achim die falschen Wohnungen: Viele Einfamilienhäuser, große Häuser und Wohnungen für Alte und Alleinstehende, viel zu wenige kleine, preiswerte und barrierefreie Wohnungen. Da besonders Familien mit Kindern aus dem Umland zugezogen, Flüchtlinge gekommen sind und die Stadt ein Viertel der dem Kreis zugewiesenen geflohenen Menschen aufnehmen muss, sind die Nachfrage nach Wohnraum in Achim und das Preisniveau mit einer durchschnittlichen Nettomiete von 7.35 Euro pro Quadratmeter besonders hoch.

Einkommenschwache haben oft das Nachsehen

In die Röhre gucken besonders die einkommensschwachen und bedürftigen Menschen, die 15 Prozent der Einwohner ausmachten, und die 7,6 Prozent laut Ausweis Schwerbehinderten.

Die Gutachter sehen bis 2020 einen Bedarf von 550 Wohnungen, davon 225 Mietwohnungen. Bis 2030 wären dann noch einmal 600 Wohnungen davon 261 Mietwohnungen, fällig.

Die vorhandenen Bebauungspläne der Stadt geben nach ihrer Einschätzung 647 Wohneinheiten her.

Die Büros schlagen vor, für 20 Prozent der neugeschaffenen Wohnungen Preisbindungen vorzusehen.

Im Ausschuss allerdings stießen manche dieser auch von München hergeleiteten Aussagen auf Skepsis. Karlheinz Lichter (CDU) fragte, wo die Stadt denn noch diese neuen Häuser bauen sollte. Wie Lichter sah auch Werner Meinken (SPD) kaum eine Chance, dass die Stadt Preisbindungen und niedrige Mieten durchsetzt. Die Stadt baue schließlich keine Häuser und könne über die reine Planung von Baugebieten nur wenig machen. Möglicherweise habe sie aber zu sehr auf Einfamilienhäuser gesetzt

„Die Bautätigkeit ist enorm“

Monika Nadrowska, Fachbereichsleiterin für Stadtplanung, berichtete, dass derzeit schon 300 weitere Wohneinheiten geplant und auf dem Weg seien. 100 Bauanträge verzeichne die Stadt im Jahr so nebenbei, indem verdichtet werde und Baurechte ausgereizt würden. „Die Bautätigkeit ist enorm“, sagte sie.

Achim hat mit den neuen Gutachten jedenfalls fundierte Planungsunterlagen und wird sicher auch zu beachten haben, dass neue Baugebiete mit erheblichen Investitionen für Kindergärten und Schulen verbunden sind.

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