74-mal scheitern Einbrecher in Achim / Polizei setzt auf Prävention und Wachsamkeit

163 „ungebetene Gäste“ in Häusern

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Mediengruppe Kreiszeitung

Achim - „Bei mir gibt´s nichts zu holen, interessiert keinen Einbrecher“, erklärt Joachim Kopietz, Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Verden/ Osterholz. Der 50-Jährige hielt vor 84 Mitgliedern des Landfrauenvereins Achim und Umgebung im Hotel Gieschen einen Vortrag zum Thema „Wie schütze ich mich vor Einbrechern und wie sichere ich mein Haus?“ Im Kampf gegen die Langfinger setzt die Polizei auf Prävention“.

Die Menschen seien oft zu unachtsam gegenüber möglichen Einbrechern, kritisiert er. Auch, wenn bemerkt werde, dass eine fremde Person das eigene Haus oder das Haus eines Nachbarn ausspähe, werde die Polizei oftmals nicht benachrichtigt. Dabei sei gerade der „wachsame Nachbar“ ein wichtiges Präventionsmittel.

Durch frühzeitige Meldungen könnten Einbrüche verhindert werden. Allein in Achim gab es 2014 163 solche „ungebetene Gäste“ und 74 nicht vollendete Einbruchsversuche. Das Positive hierbei ist, dass die Zahl der Versuche gestiegen ist, die Prävention, Aufklärung und entsprechende Schutzmaßnahmen erfolgreicher zu sein scheinen. Im Landkreis Verden zählte man 457 Einbrüche und 206 Versuche.

Laut Kopietz sind Einbrüche ein Eingriff in die elementaren Grundrechte eines Menschen, denn es gehe nicht nur um das Abhandenkommen von Wertgegenständen, sondern um Verlust und Zerstörung von wichtigen persönlichen Erinnerungsgegenständen und, was noch viel schlimmer sei, um den Verlust des Geborgenheitsgefühls in den eigenen vier Wänden. „Da hilft auch ein ,Ich bin ja versichert‘ nicht“, erklärt der Kriminaloberkommissar.

Zu sinnvollen Maßnahmen gehört, so der Experte, die „Verhaltensprävention“, bei der man durch verantwortliches Handeln seine Wohnung sichert. Zum Beispiel sollte vor Verlassen des Hauses sichergestellt werden, dass alle Fenster geschlossen und Türen, die ins Freie führen, abgeschlossen sind. Anwesenheit solle man zum Beispiel durch Licht oder ein Auto in der Einfahrt simulieren.

Schutz bieten eine massive Tür mit Mehrfachverriegelung, eine Türspaltsperre, sowie Fenster mit einer Art Panzerglas und umlaufender Pilzkopfverriegelung sowie eine Einbruchmeldeanlage. Alles natürlich auch eine Frage des Geldes, wobei es auch Zuschüsse gibt.

All das kann nach Kopietz zwar keinen Einbruch verhindern, denn „Einbrecher kommen überall rein, wenn sie wollen“, aber ihn doch erheblich erschweren und der Polizei Zeit verschaffen.

Rollläden dagegen bieten in den Augen des Experten keinen Schutz vor Einbrechern, sondern erschwerten eher das Entdecken des Kriminellen.

Wichtig sind auf alle Fälle Achtsamkeit und Zivilcourage der lieben Nachbarn, die Verdächtiges melden und auffällige Unbekannte vielleicht ansprechen sollten, ohne sich dabei in Gefahr zu begeben.

Die Landfrauen diskutierten lebhaft und durchaus auch mit kritischen Tönen zur Polizei darüber.

dg

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