Flucht aus dem Maßregelvollzug in Brauel

Urteile zwischen einem Jahr und neun Monaten

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Im Oktober 2015 waren fünf Straftäter aus dem Maßregelvollzug in Brauel geflohen. Das Urteil ist nun gefallen. 

Brauel/Stade - Gerade mal einen Tag befanden sich fünf Straftäter im Oktober 2015 nach ihrer gemeinsamen Flucht aus dem Maßregelvollzugszentrum in Brauel in Freiheit. Dann wurden sie in Leer festgenommen. Am Dienstag hat das Landgericht Stade die zwischen 23 und 29 Jahre alten Männer wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsberaubung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte schuldig gesprochen und zu Freiheitsstrafen zwischen einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Das Gericht blieb damit deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft Stade, die bei vier Angeklagten Haftstrafen von über drei Jahren gefordert hatte und bei einem Angeklagten zwei Jahre und acht Monate.

Wegen eines einfachen Ausbruchs wären die Männer nicht strafrechtlich belangt worden. Jedoch hatten sie in der Nacht zum 25. Oktober 2015 zwei Pflegekräfte und einen Wachmann überwältigt, eingesperrt und verletzt. Sie hatten ihnen die Schlüssel, darunter den Generalschlüssel für die Einrichtung des Landes Niedersachsen abgenommen. Die Staatsanwaltschaft Stade hatte die Männer zudem wegen Raubes angeklagt, doch diesen Vorwurf sah die 13. Große Strafkammer des Landgerichts Stade am Ende des Prozesses als nicht bestätigt. „Eine Zueignungsabsicht wurde nicht festgestellt“, erklärte ein Gerichtssprecher.

Diebstahl und räuberische Erpressung

Alle fünf Männer befanden sich auf Grund früherer Verurteilungen in dem Maßregelvollzug. „Sie sind alle bereits mehrfach in Erscheinung getreten“, erklärte der stellvertretende Gerichtssprecher Ulrich Ganzemöller. Sie seien wegen Taten aus dem Bereich der Beschaffungskriminalität vorbestraft. Diebstahl und räuberische Erpressung nannte er als Beispiel.

In Brauel sollten die Angeklagten von ihrer Drogensucht befreit werden, doch wie sie in dem Prozess von ihren Verteidigern erklären ließen, konsumierten sie in Brauel weiter. Daraufhin seien sie innerhalb der Einrichtung verlegt worden. Ihre Situation hätten sie als aussichtslos empfunden, und als die Drogen leer waren, wollen sie kurzfristig den Fluchtplan entwickelt haben.

Die Schwester eines Angeklagten soll das Trio in Brauel abgeholt und nach Leer gebracht haben, wo sie bei einer anderen Frau Unterschlupf fanden. Ein Spezialeinsatzkommando beendete die kurze Rückkehr der Männer in die Freiheit, für den insbesondere ein Pfleger einen hohen Preis zahlen musste. Er ist durch die schweren psychischen Folgen der Tat noch immer arbeitsunfähig und war als Nebenkläger an dem Verfahren beteiligt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. 

wb

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