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Zahl der Geburten geht im Landkreis deutlich zurück

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Landrat Hermann Luttmann referierte bei der LEB. ·
Landrat Hermann Luttmann referierte bei der LEB. · © Foto: go

Rotenburg - Die Nachrichten klangen positiv. Bei der Bestandsaufnahme der Lebensqualität der Bürger im Landkreis Rotenburg zeichnete sich in den vergangenen Jahren alles in allem eine gute Entwicklung ab – und das trotz der rückläufigen Bevölkerungszahl seit 2007. Heute leben 163 860 Einwohner im Landkreis Rotenburg. Während einige Gemeinden, wie unter anderem Zeven, Selsingen und Sottrum ein Plus zu verzeichnen haben, nehmen die Zahlen in Visselhövede, Geestequelle und Bremervörde ab.

Landrat Hermann Luttmann referierte bei der Kreisarbeitsgemeinschaft der LEB und sprach von einer dramatischen Entwicklung beim Geburtenrückgang. Während der Landkreis 2000 noch 1793 Geburten registrierte, sind es hochgerechnet 2011 nur noch 1227. In zehn Jahren wird zwar eine geringe Abnahme der Gesamtbevölkerung prognostiziert, aber der Anteil die Kinder und Jugendlichen werde erheblich weniger.

Der Bevölkerungsanteil an Senioren werde hingegen zunehmen, so Luttmann. Die Politik sei aufgefordert, auf diese Zahlen zu reagieren. Unter anderem durch die Schaffung von Betreuungslplätzen. Es seien erst 35 Prozent der Krippenplätze für Ein- bis Dreijährige geplant.

Der Landrat machte eine Hochrechnung der Altersstruktur. So erwartet man, dass der Anteil an 65-Jährigen und Älterer bis 2030 drastisch ansteigen werde. Die Masse der Berufstätigen des Landkreis arbeite in Dienstleistungsbetrieben, Handel und Verkehr sowie im verarbeitenden Gewerbe. Hier unterscheiden sich die Zahlen wenig vom Bundestrend.

Allein in er Landwirtschaft liegt die Zahl der Beschäftigten über der des Bundes. In den Städten und Gemeinden mit versicherungspflichtigen Beschäftigten stehe Rotenburg mit mehr als 11 000 an erster Stelle, gefolgt von Zeven, knapp 10  000, und Bremervörde, knapp 8000. Der größte Arbeitgeber ist das Diakoniekrankenhaus mit 2300 Beschäftigten, dahinter folgen die Rotenburger Werke mit 1550 und der Landkreis an dritter Stelle mit 968 Beschäftigten. Die Arbeitslosenquote sei im September auf 4,4 Prozent gefallen. Eine sehr gute Quote im Bundesvergleich.

Die Breitbandversorgung für ein schnelleres Internet werde zurzeit in Angriff genommen. Durch Fördergelder würden einzelne „weiße Flecken“ geschlossen, und es würden Lösungen für weiterhin unterversorgte Gebiete durch Verbesserung der Grund-Infrastruktur gesucht.

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe habe sich in den vergangenen 15 Jahren verringert. Die Preisentwicklung von landwirtschaftlichen Nutzflächen, wie Ackerland und Grünflächen, seien hingegen gewaltig gestiegen.

130 Biogasanlagen sind aktuell im Landkreis im Betrieb. Die Nutzung der regenerativen Energie steuere kurzfristig auf die 100 Prozent zu. Zurzeit werden 72,83 Prozent der Stromerzeugung aus regenerativen Energiequellen gedeckt. Hier die Zahlen von 2010: Biomasse 52 Prozent, Wind 45 Prozent und Photovoltaik drei Prozent.

Der demographische Wandel bewirkt, dass schon bald weniger Menschen im Landkreis leben. Es müsse ein Anreiz für junge Familien geschaffen werden, hier zu bleiben, sagte Luttmann. Aber auch die Senioren müssten mehr unterstützt werden, damit sie den Landkreis nicht verlassen.

Die Anpassung der Infrastruktur soll den Landkreis attraktiv halten. Dazu gehören eine gute Kinderbetreuung und Schulen, Sicherung der ärztlichen Versorgung und Pflege, Bereitstellung moderner Kommunikation mit Breitband und ein Ausbau der Verkehrswege sowie Optimierung des Nahverkehrs.

Was macht das Leben auf dem Land attraktiv? Landrat Luttmann sieht die Freizeitgestaltung durch Mitgliedschaft sowie ehrenamtlicher Tätigkeit in Vereinen als wichtigen Faktor der Freizeitgestaltung. Aber auch das ehrenamtliche Engagement mache das Leben in ländlichen Gegenden attraktiv.

Die Menschen auf den Dörfern seien aufgefordert, die Zukunft des Ortes selbst zu gestalten. Diese Initiative unterstütze der Landkreis mit Zuschüssen für Vereine und Organisationen. · go

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