Hendrik Jürgens und Günter Scheunemann treten zur Europawahl an

„Wir können nur gewinnen“

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Günter Scheunemann stellt sich für die Freien Wählen zur Wahl.

Rotenburg - Von Jessica Tisemann. Die Menschen aus 28 Mitgliedsstaaten der EU müssen sich am Sonntag entscheiden, welcher Partei sie ihrer Stimme geben. 751 Sitze sind im Europäischen Parlament zu vergeben, und auch drei Politiker aus dem Landkreis Rotenburg wollen einen Platz in Brüssel ergattern.

Nachdem wir mit Franka Strehse, Visselhövedes Bürgermeisterin, bereits die Dame vorgestellt haben, folgen heute die Kandidaten der FDP, Hendrik Jürgens, und der Freien Wähler, Günter Scheunemann.

Mit Listenplatz zwölf hat Günter Scheunemann noch die realistischsten Chancen auf den begehrten Platz im Europäischen Parlament. Auch wenn sich die Freien Wähler „im Aufwind“ befinden, wie der Kandidat betont, glaubt er doch nicht so recht daran, dass es für ihn reicht nach Brüssel zu kommen.

Hendrik Jürgens will für die FDP ins EU-Parlament – mit eher bescheidenen Chancen. ·

Allerdings hat er bessere Karten als der Kandidat der Liberalen. Hendrik Jürgens rangiert auf Listenplatz 48. Für den Rechtsanwalt aber kein Grund, nicht an einen Erfolg der FDP zu glauben. „Wir müssen die absolute Mehrheit erreichen, dann schaffe ich es auch nach Brüssel“, scherzt der 36-jährige Familienvater. Nur um im nächsten Satz gleich wieder ernst zu werden. „Ich habe bei der letzten Landtagswahl auch aussichtslos kandidiert“, erklärt er und setzt sich trotz seiner sehr geringen Chancen für den Wahlerfolg seiner Partei ein.

Und damit hat er etwas mit seinem Konkurrenten von den Freien Wählern gemeinsam. Auch der 60-jährige gelernte Feuerwehrmann kandidierte schon für die Landtagswahl. Außerdem ließ er sich für den deutschen Bundestag aufstellen. Durch die beiden Wahlkämpfe zuvor hat der Kandidat einige Kontakte in der Partei geknüpft und will sich nun dafür einsetzen, dass die Freien Wähler es auch nach Europa schaffen.

Helfen kann beiden Parteien die Abschaffung der Drei-Prozent-Hürde. Das Bundesverfassungsgericht hält die Sperrklausel für verfassungswidrig und will durch die Aufhebung die Chancengleichheit der Parteien wieder herstellen. „Ich denke, wir werden auf jeden Fall in das Europäische Parlament einziehen“, ist sich Scheunemann sicher und sagt weiter: „Von den kleinen Parteien sind wir die stärkste. Wir können nur gewinnen, und das werden wir auch.“

Allerdings sehen beide auch die Gefahr, dass durch die Aufhebung links- oder rechtsextreme Parteien ins Europäische Parlament reinrutschen. „Diese Parteien werden wohl reinkommen, aber sie finden keine Plattform in Europa“, ist sich Scheunemann sicher.

Beide Kandidaten sind im Wahlkampf auch in der Woche vor dem entscheidenden Tag noch recht aktiv. An Infoständen versuchen beide, die Bürger aus der Region von der Wichtigkeit der Wahl zum Europäischen Parlament zu überzeugen. „Es ist wichtig, dass die Menschen zur Wahl gehen. Denn entschieden wird sowieso“, erklärt Jürgens. Und dann sei es doch besser, die Bürger können sich mit den Entscheidungen in Europa identifizieren.

An der Europäischen Politik sehen beide Kandidaten positive und negative Aspekte. „Europa ist auch hier“, betont Jürgens. Viele Strukturhilfen seien auch in unserer Region angekommen. „Ich würde mich aber freuen, wenn noch mehr Hilfen aus Europa hier vor Ort ankommen“, so der 36-Jährige. Allerdings gibt es für den Liberalen auch Punkte, an denen gearbeitet werden muss. „Wichtig ist, dass die Kommission nicht mehr so viel Einfluss auf die Gesetzgebung hat. Außerdem fordern wir als FDP, dass aus dem Parlament ein Vollparlament wird.“

Auch für Günter Scheunemann läuft in der EU einiges nicht gut. „Wir von den Freien Wählern wollen kein Freihandelsabkommen mit den USA. Ein Gerichtsbeschluss darf nicht die Basis eines zustande kommenden Vertragswerkes hinter verschlossenen Türen sein“, so der 60-Jährige. Außerdem kritisiert der gelernte Feuerwehrmann die fehlende Transparenz der europäischen Politik. „Europa darf sich nicht zur Marionette machen lassen. Wir müssen selbst laufen lernen, Stabilität schaffen und nach außen gemeinsam auftreten“, betont Scheunemann.

Wen oder ob die Bürger überhaupt einen der Kandidaten aus der Region im Europäischen Parlament sehen, bleibt fraglich. Einige ihrer Parteikollegen schaffen aber sicherlich den Sprung in die Politik nach Brüssel und können mitentscheiden, wo es für die EU hingeht.

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