Territoriales Verhalten gezeigt

Fähe ist erster Wolf in der Region, der bleibt

Jäger haben im Landkreis Rotenburg den ersten residenten Wolf ausgemacht. - Foto: imago

Riepholm - Von Wieland Bonath. Dass der Wolf in der Region immer heimischer wird, ist schon länger bekannt. So mancher konnte ihn bereits bei Spaziergängen oder anderen Gelegenheiten zufällig erleben.

Bisher zog er immer weiter in andere Gegenden. Doch jetzt gibt es im Landkreis Rotenburg einen, der offenbar bleiben will. Mittlerweile gibt es im Raum Riepholm, nahe der Grenze zum Heidekreis, den ersten sogenannten residenten Wolf.

Dazu Wolfsberater Jürgen Cassier, Forstoberrat im Ruhestand und ehemaliger Leiter des Amtes für Naturschutz und Landschaftspflege: „Als residente Wölfe werden Tiere bezeichnet, die sich in den betreffenden Bereichen ständig aufhalten und territoriale Verhalten zeigen.“ Im August sei von einem Jäger über einen Wolf in diesem Bereich berichtet worden. Fotos, von einer Fotofalle aufgenommen, seien allerdings nicht aussagekräftig gewesen.

Die anschließend eingeschaltete Landesjägerschaft Niedersachsen, so der Wolfsberater weiter, habe im Rahmen des Wolfsmonitorings sieben Fotofallen aufgestellt, mit denen Aufnahmen des Tieres gelungen seien. Parallel dazu sei im Heidekreis ein Wildtierriss registriert worden.

Cassier: „Die Auswertung der DNA-Analysen hat ergeben, dass es sich um eine Fähe, also um ein weibliches Tier handelt, und zwar aus einem Rudel in der Annaburger Heide in Sachsen.“ Neben diesem ersten residenten Wolf im Kreis Rotenburg gebe es in Niedersachsen noch zwei weitere residente Wölfe, nämlich im Landkreis Celle und im Bereich Goldenstedt/Barnstedt im Kreis Diepholz. „Aktuell haben wir in Niedersachsen sieben Wolfsrudel mit nach bisherigen Erkenntnissen 26 Welpen“, berichtet Cassier.

Das Monitoring der Landesjägerschaft werde fortgeführt. Der Wolfsberater: „Den Nutztierhaltern wird empfohlen, ihre Einzäunungen zu überprüfen und sich um einen wolfsabweisenden Grundschutz zu bemühen. Das setzt voraus, dass für die Schafhaltung ein mindestens 90 Zentimeter hoher stromführender Zaun vorhanden sein muss.“

Die Kosten dafür übernehme, so Cassier, auf Antrag beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) das Land Niedersachsen. Weiterhin, so Cassier, bitte er im Zusammenhang mit Wölfen bei Sichtungen und Rissen möglichst zeitnah informiert zu werden. Zu erreichen ist er telefonisch unter 04269 /2208 und 0151 / 55047309 sowie per E-Mail an Juergen-Cassier@web.de

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