Abschlussveranstaltung der Verbunddorferneuerung Rosebruch

„Wir alle zusammen sind echte Gewinner“

Die Akteure der landkreisübergreifenden Verbunddorferneuerung Rosebruch blicken zufrieden auf das rund zwölf Jahre andauernde Projekt zurück. - Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. 800.000 Euro Förderung in den vergangenen zwölf Jahren für 36 private Projekte, 400 .000 Euro Zuschüsse für rund 15 öffentliche Maßnahmen: Das sind die nackten Zahlen der Verbunddorferneuerung Rosebruch. Dahinter steckt aber viel mehr: Nämlich die Verzahnung und das „Wir-Gefühl“ der einzelnen Städte und Gemeinden aus zwei Landkreisen.

„Es wurden in all den Jahren nicht nur Dorftreffpunkte geschaffen, damit die Menschen bei Veranstaltungen ein Dach über dem Kopf haben, sondern es wurden und werden durch den Bau in Eigenleistung und die anschließende Pflege Gemeinsamkeiten innerhalb der Bevölkerung entwickelt, die es vielleicht so nicht gegeben hätten“, blickte Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel Dienstagmorgen während der Abschlussveranstaltung im Visselhöveder Rathaus zurück. Durch die verschiedenen Aktionen und Treffen seien die einzelnen Dorfgemeinschaften noch enger zusammengerückt und auch überregional seien Verbindungen geknüpft worden. „So sind wir alle echte Gewinner“, so Goebel.

Gerd Köhnken, Chef des Visselhöveder Bauamts und so etwas wie der Regisseur der Verbunddorferneuerung, erinnerte an die Anfänge der Maßnahme: „Die 13 Gemeinden hatten eine Art Wunschliste aufgestellt, die jeweils rund zehn verschiedene öffentliche Projekte zum Inhalt hatte. Nach mehreren Zusammenkünften wurden diese Listen auf etwas drei gekürzt. Am Ende steht für jedes Dorf ein realisiertes Projekt.“

Vielen Bürgern dauert es zu lange

Genau das kritisierte Rosebruchs Ortsvorsteher Volker Carstens, der sich allerdings auch dafür bedankte, dass die neue Grillhütte als Ortstreffpunkt mit Fördermitteln geschaffen worden sei. Er machte aber deutlich, dass den Menschen die Umsetzung der Ideen sehr häufig viel zu lange gedauert habe.

„Wenn ich jetzt sage, dass sich nach acht Jahren mit der Straßenbeleuchtung in unserem Dorf noch etwas tut, glauben mir die Leute das nicht mehr.“ Vielleicht sei man künftig besser aufgestellt, wenn man in den Gemeinden nicht Hoffnungen wecke, wenn man dort eine lange Wunschliste aufstellen ließe.

Gerd Köhnken nahm den Ball auf und erläuterte am Beispiel Buchholz, warum manche gewünschte Maßnahme nicht realisiert werden konnte: „Dort war die Sanierung der Dorfstraße gewünscht. Aber auch der Bau des Schmutzwasserkanals stand von Seiten der Stadt an. Und man baut nicht erst eine neue Straße mit Dorferneuerungsmitteln, um sie anschließend für den Kanal wieder aufzureißen.“ Ein wesentlicher Faktor seien immer auch die Anlieger: „Beim Bau der Dorfstraße wären sie finanziell erheblich mit im Boot gewesen. Und das hätte nicht jeder geschafft. So war die Idee gestorben.“

Ideen irgendwann nutzen

Für Willi Bargfrede, Ortsbürgermeister in Wittorf, sind die Wunschlisten nicht vergebens aufgestellt worden: „Wir können die Ideen sicher irgendwann bei anderen Gelegenheiten einmal nutzen, darum sollten sie nicht in den untersten Schubladen verschwinden.“

Ähnlich sieht das Neuenkirchens Bürgermeister Carlos Brunkhorst: „Wir haben mit der Hohen Heide ein landkreisübergreifendes Projekt laufen, wo sicherlich das eine oder andere noch realisiert werden kann.“

Siegfried Dierken vom Verdener Amt für Landentwicklung und Verteiler der öffentlichen Zuschüsse für die Verbunddorferneuerung ist froh, dass „nach einem eher verhaltenen Start die Privatleute doch noch die Gunst der Stunde genutzt und eigene Maßnahmen angeschoben haben“. Zu Beginn sei man in den Verdener Amtsstuben davon ausgegangen, dass nur rund 250. 000 Euro für Förderungen im privaten Bereich zur Verfügung gestellt werden müssten.

„Dass es letztlich 800 .000 wurden, ist schon eine tolle Sache“, lobte Dierken. Vor allem wenn man bedenke, dass jeder Euro Förderung eine weitere Investition von drei bis vier Euro nach sich ziehe. „Da kommen dann schnell mal für alle Bereiche rund fünf Millionen Euro zusammen.“ Aber eines, so Dierken, müsse den Akteuren immer wieder klar sein: „Dorferneuerung ist zeitlich begrenzt und kann nur Hilfe zur Selbsthilfe sein.“

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