CDU-Politiker gibt Amt nach 2,5 Jahren ab

Willi Bargfrede ist Bürgermeister in Teilzeit

Unions-Politiker Willi Bargfrede wurde zum Bürgermeister gewählt. - Fotos: Wieters

Wittorf - Von Jens Wieters. Die Spannung ist verflogen, der Wittorfer Ortsrat hat gewählt und alle sind zufrieden – zumindest die, die der konstituierenden Sitzung zugesehen hatten: Willi Bargfrede (CDU) bleibt zunächst Bürgermeister der knapp 1.000 Einwohner zählenden Gemeinde. Zunächst deshalb, weil er nach zweieinhalb Jahren das Amt an Heiner Gerken (Grüne) abgeben wird, der am Dienstagabend zum Stellvertreter gewählt wurde.

Im Vorfeld wurde von vielen politisch interessierten Bürgern gemutmaßt, dass Gerken schon gleich das Amt des Ortsbürgermeisters übernehmen werde, da er während der Kommunalwahl im September 387 Stimmen sammelte, während Bargfrede auf 322 Kreuze kam.

Allerdings sitzt die CDU im neuen Rat mit zwei Vertretern, nämlich Bargfrede und Tom Bammann, während Gerken ebenso Einzelkämpfer ist wie Anja Bockelmann von der SPD. Eigentlich hätten die Grünen aufgrund Gerkens überragenden Abschneidens zwei Mandate bekommen, aber mangels eines weiteren Kandidaten bleibt somit ein Stuhl im Ortsrat leer.

„Dass wir überhaupt nur noch wenige Leute im Ortsrat sind, ist schon bedauerlich. Aber bei Ortschaften mit weniger als 1 000 Einwohnern schreibt das die Niedersächsische Kommunalverfassung vor“, erläuterte Willi Bargfrede.

„Um das Wählervotum größtmöglich umzusetzen, haben wir uns entschlossen, zunächst Willi Bargfrede ins Bürgermeisteramt zu wählen und nach zweieinhalb Jahren Heiner Gerken den Posten zu übertragen“, heißt es in einer von den beiden erfahrenen Kommunalpolitikern gemeinsam verfassten Erklärung. Denn nur zusammen könne Wittorf weiterentwickelt werden und dazu brauche es auch die Unterstützung der Bevölkerung.

CDU-Mann Bargfrede stellte auch klar, dass es in Wittorf keine „Sottrumer Verhältnisse“ geben werde und er nach zweieinhalb Jahren seinen Posten zugunsten Gerkens auf jeden Fall niederlegen werde. In der Wiestegemeinde hatte es ähnliche Absprachen gegeben, aber die damalige Bürgermeisterin wollte sich 2014 dann doch nicht daran halten, als der Tag X gekommen war.

Willi Bargfrede ging in seinem kurzen Statement auf eine der „schwärzesten Stunden“ des Dorfes ein, als vom Stadtrat in Visselhövede durchgesetzt worden war, dass die Dorfschule geschlossen wird. „Trotz gemeinsamer Anstrengungen ist es uns nicht gelungen, das zu verhindern. Aber ich bin glücklich darüber, dass ich mit dem Problem nicht allein stand, sondern Rückendeckung aus dem Dorf bekommen habe“, so Bargfrede.

Heiner Gerken übernimmt 2019.

Aber dennoch habe es in den vergangenen fünf Jahren auch viele Erfolgserlebnisse gegeben. „So haben wir einige Maßnahmen in unserem Dorfgemeinschaftshaus umgesetzt, die Friedhofsumgestaltung nimmt jetzt endlich Fahrt auf und die Arbeit des Ortsrats hat letztlich dafür gesorgt, dass der Stadtrat grünes Licht für den Bau eines Radwegs von Kirchwalsede über Lüdingen nach Witstehen bleibt.“

Während der Verabschiedung der ausgeschiedenen Ratsmitglieder konnte es sich Rolf Guder (CDU) nicht verkneifen, nochmal einen Seitenhieb in Richtung Stadtrat zu verteilen: „Bei der Schulgeschichte wurden wir richtig veräppelt. Es würde mich nicht wundern, wenn auch unser Kindergarten bald dichtgemacht wird.“

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