Visselhöveder Neujahrsempfang mit 200 Gästen

Stadt ehrt verdiente Bürger

Bürgermeister Ralf Goebel (l.) ehrte Unternehmer Wilhelm Hoyer für sein Engagement im Besonderen.
+
Bürgermeister Ralf Goebel (l.) ehrte Unternehmer Wilhelm Hoyer für sein Engagement im Besonderen.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Die etwa 200 Besucher des Neujahrsempfangs der Stadt, des Rates und des Gewerbevereins Visselhövede hatten viel zu besprechen.

So manches Mal mussten die Redner um Aufmerksamkeit bitten. Bürgermeister Ralf Goebel bewertet dies aber positiv: „Die Menschen haben scheinbar ein großes Interesse daran, im neuen Jahr zusammen zu sein.“ Für 2015 zog er ein gutes Fazit. Goebel bediente sich dabei einer Metapher, von der er schon beim Neujahrsempfang 2015 Gebrauch gemacht hatte. Füllte er damals symbolisch ein Glas noch zur Hälfte mit Wasser, goss er am Montagabend noch einige Schlucke dazu. „Das Glas ist jetzt mehr als halb voll“, bilanzierte der Bürgermeister.

Über das Jahr 2015 hinweg sah sich die Stadt mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert. So habe Visselhövede jetzt etwa 15 Millionen Euro Schulden. „Für eine Stadt wie unsere ist das verdammt viel“, sagte Goebel. „Dringend notwendig“ sei nun, eine Struktur zum Schulden-Abbau zu schaffen.

Auch die Flüchtlingssituation mit der Notaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Kaserne Lehnsheide gehörte zu den Schwierigkeiten des vergangenen Jahres. Goebel hob das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher hervor, ohne die die bisherigen Bewältigung der Krise nicht möglich gewesen wäre – nicht nur in der Kaserne, sondern auch angesichts den über die Quote in der Visselstadt untergebrachten Asylbewerbern. „Wir machen das, was hier machbar ist. Und das richtig gut“, befand der Bürgermeister, mahnte aber auch: „Wir dürfen uns nicht zu sehr fokussieren, es gibt auch andere Menschen, die bedürftig sind.“

Zwischen den Reden und Ehrungen sorgte das Ehepaar Ulrike und Joachim Luchterhand mit launigen Chansons für die musikalische Untermalung – teilweise sogar mit eigenen Liedern mit Bezug zur Stadt und seinen Bewohnern.

Positiv hob Goebel das Ende der Debatte um die Y-Trasse im November hervor und verteidigte dieses auf dem Empfang noch einmal. So würden viele beim Ausbau der Amerika-Linie zwar „nicht ‚Hurra‘ schreien, aber besser als das Y ist das alle Mal“. Auch die Nachfrage nach Bau- und Gewerbeflächen in Visselhövede sei stark gestiegen, die Baugebiete seien laut Goebel sogar ausverkauft. Die Stadt „boome“ zwar nicht, „aber wir sind auf einen guten Weg.“ Im Jahr 2015 hätten sich 81 Betriebe neu angemeldet – 14 mehr als Abmeldungen. „Da bin ich stolz drauf“, so der Verwaltungschef und führt dies auch auf positive Signale durch verschiedene kleinere Gewerbe zurück, die sich neu angesiedelt hätten.

Für die Zukunft wünscht sich Goebel, dass die Stadt weiter als lebenswert wahrgenommen wird – beispielsweise durch Kultur, die „weiter Unterstützung finden muss“. Die Marke „Visselhövede“ müsse weiter ausformuliert und ein Stolz für die Heimatstadt geschaffen werden.

Ehrungen

Die Stadt Visselhövede hat den Rahmen des Neujahrsempfangs am Montag genutzt, um vier ihrer Bürger für ihr besonderes Engagement und Verdienste für die örtliche Gesellschaft zu ehren. Neben Geschenken wie einer „Visselhövede“-Tasche und Honig sowie einer Urkunde, durften sich die Geehrten nach Abschluss des offiziellen Teils des Empfangs in das Goldene Buch der Stadt eintragen.

• Rosemarie Häring würdigte die Stadt als ihre gute Seele. „Sie ist eine waschechte Visselhövederin“, sagte Laudator Heinz Friedrich Carstens in seiner Rede. Insbesondere ihr Engagement gegenüber älteren Menschen und Flüchtlingen sei hervorzuheben.

• Als Turmwächter der Stadt ist er zwar nicht mehr aktiv, dennoch ehrte die Stadt Manfred Willi Reichert für seine Verdienste als Kulturschaffender. „Ihn vorzustellen kann ich mir eigentlich sparen“, so Ralf Struck vom Verein „EigenArt“. Reichert habe sich von Anfang an als Ideengeber für den Wasserturm und die Hohe Heide Galerie eingebracht und die Stadt zum Anlaufpunkt für Kulturschaffende gemacht.

• Für ihren Einsatz im Bereich Sport und Tanz zeichnete Bürgermeister Ralf Goebel Annika Hamann aus. Seit 1998 beim VfL Visselhövede aktiv, habe sie die Abteilung Dance und Fitness stetig und erfolgreich ausgebaut. Auch biete sie Sport für Flüchtlinge in der Notunterkunft an. Laudator Peter Gohlke: „Es ist wahnsinnig, was sie leistet.“

• Wilhelm Hoyer wurde für sein Engagement und seinen Einsatz als Unternehmer im Anschluss besonders geehrt. Er habe nicht nur das Unternehmen seines Vaters zu einem „Global Player“ ausgebaut, auch unterstütze er immer wieder das sportliche und kulturelle Leben der Stadt. „Er macht sich jeden Tag aufs Neue um Visselhövede verdient“, so Laudator Matthias Gutermann.

mro

Mehr zum Thema:

Ahoi, Kapitän! Der Fiat 500 Riva

Ahoi, Kapitän! Der Fiat 500 Riva

Lagerbäck, Deschamps, del Bosque: Zukunft der EM-Trainer

Lagerbäck, Deschamps, del Bosque: Zukunft der EM-Trainer

Seat Ateca: SUV mit Flamenco Feeling

Seat Ateca: SUV mit Flamenco Feeling

Bilder: Der Tag nach den Anschlägen am Istanbuler Flughafen

Bilder: Der Tag nach den Anschlägen am Istanbuler Flughafen

Meistgelesene Artikel

So werden beim Hurricane die Autos aus dem Schlamm gezogen

So werden beim Hurricane die Autos aus dem Schlamm gezogen

Hurricane-Samstag abgesagt - Sonntag soll stattfinden

Hurricane-Samstag abgesagt - Sonntag soll stattfinden

Hurricane startet mit Musik statt Regen in den letzten Tag

Hurricane startet mit Musik statt Regen in den letzten Tag

Kommentare