Die Streitschlichter der Kastanienschule sorgen für friedliche Pausen

Mit gelben Bändern gegen Ärger

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Die Streitschlichter-AG der Kastanienschule mit den Lehrerinnen Martina Wattjes (o.l.) und Julia West.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Sie haben keine Lust auf Zoff unter ihren Mitschülern. Die Streitschlichter der Visselhöveder Kastanienschule sind jeden Tag im Einsatz, um Konflikte in den Klassenzimmern und auf dem Schulhof zu lösen. Nun bekommen sie Verstärkung.

Zwölf Schüler aus der dritten Klassenstufe sind jetzt neu dabei. Das komplette jetzt zu Ende gehende Halbjahr haben sie damit verbracht, das Einmaleins des Schlichtens zu lernen. Nun kommt ein einwöchiges „Praktikum“ dran, um das Gelernte zusammen mit ihren erfahrenen Kollegen aus dem vierten Schuljahr auszuprobieren. Nach den Zeugnisferien Ende Januar werden sie fest in den Dienstplan einbezogen. Dann sind insgesamt 30 Schüler in der Streitschlichter-AG im Einsatz.

„Konflikte lassen sich unter gleichaltrigen manchmal besser lösen, als mit Lehrern“, sagt Martina Wattjes, die die Streitschlichter ausbildet. Seit mehr als zehn Jahren gibt es diese AG bereits an der Kastanienschule. Neben Wattjes ist auch Julia West an der AG beteiligt. Sie betreut den wöchentlichen Treff der Streitschlichter, bespricht mit den Schülern Fragen sowie Probleme und arbeitet mit ihnen den Dienstplan aus.

Das gelbe Streitschlichterband ist ihr Markenzeichen. Stolz tragen die Schüler dies in den Pausen und sorgen dort für ein friedliches Miteinander. Nicht immer ganz einfach. „Manche laufen weg, wenn einer von uns kommt“, sagt die Drittklässlerin Lea. Ihr Kollege Paul, ebenfalls aus der dritten Klasse: „Wenn wir einen Streit nicht schlichten können, holen wir einen Lehrer.“

Ein halbes Jahr lang hat Wattjes die Schülerinnen und Schüler mit Rollenspielen und kleinen Übungen auf ihre Aufgabe als Streitschlichter vorbereitet. „Die Ausbildung ist nicht so schwer“, sagt Charlotta, die als Viertklässlerin schon zu den „alten Hasen“ in der AG gehört. Unter dem Motto „Freunde gewinnen, statt Nerven verlieren“ haben die Schüler die fünf Schritte des Schlichtens gelernt, so Wattjes – Begrüßung, Regeln, Klärung, Lösung und Abmachung. Grundsätzlich werden die Streitschlichter von ihren Mitschülern aber respektiert. „Meistens wird es dann wirklich ruhiger“, sagt Charlotta. „Es wollen ja viele selber Schlichter werden“, wirft Paul ein.

Ganz nach dem Geschmack von Wattjes. Streitschlichter sein „stärkt in jedem Fall das Selbstbewusstsein und Konfliktlöseverhalten der Kinder. Damit wirken sie dann als Multiplikatoren in den Klassen.“

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