Stadt will Friedhofsgelände zu Bauflächen umfunktionieren

Häuser statt Gräber

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Nach dem Willen der Stadt sollen auf der Erweiterungsfläche des Friedhofs bald Häuser gebaut werden können.

Visselhövede - Die Stadt Visselhövede ist auf der Suche nach Bauland – und auf dem Friedhof fündig geworden. Dessen Erweiterungsfläche südlich der Schwitscher Straße ist ins Visier der Stadtplaner geraten – 2800 Quadratmeter, die nach Auffassung des Bauamtes wohl nie ihrer Bestimmung zugeführt werden. Nun will die Stadt die Fläche entwidmen. Am Dienstag kommender Woche stimmt der städtische Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Energie über den Antrag ab.

In Visselhövede gebe es die gleiche Entwicklung wie in anderen Orten auch, so Bauamtsleiter Gerd Köhnken. „Die Menschen sind heutzutage nicht mehr bereit, große Flächen für ihre Gräber aufzuwenden.“ Immer mehr würden die Urne dem Sarg vorziehen. Eine neue Bestattungskultur sei im Kommen. Gab es beispielsweise im Jahr 2005 noch 32 Urnenbestattungen, so wurden 2013 bereits 56 Menschen auf diese Weise beigesetzt. Bei den Erdbestattungen lagen die Zahlen bei 80 beziehungsweise 70.

Im Rathaus glaubt man nicht, von den Erweiterungsflächen jemals Gebrauch machen zu müssen, es gebe mehr als ausreichend Platzkapazitäten, heißt es. Nicht nur, dass durch Urnen die benötigte Fläche kleiner wird, in den kommenden Jahren würden laut Köhnken auch die Ruhezeiten von genügend Gräbern auslaufen, um künftigen Platzbedarf zu decken. 38 Ruhezeiten sind bereits im Jahr 2015 auf dem Visselhöveder Friedhof ausgelaufen. Die etwa 2800 Quadratmeter der Erweiterungsfläche seien bis heute nicht genutzt, eine Entwidmung daher auch rechtlich jederzeit möglich. Sie böten Platz für bis zu vier Grundstücke, so der Bauamtsleiter.

„Wir sehen die Fläche mehr als Bauland und weniger als Friedhof“, sagt Köhnken. Gerade innerörtliche Grundstücke suche die Stadt. Diese favorisiere die Verwaltung gegenüber einer Erschließung von Gebieten am Stadtrand.

Eine Erschließung der Grundstücke wäre von der Schwitscher Straße aus möglich, da hier bereits entlang der westlichen Grenze der Erweiterungsfläche ein geschotterter Weg verläuft. Dieser Weg könnte entsprechend ausgebaut werden, schlägt man in der Verwaltung vor.

Hierbei müsse für diese Straße ein Wegerecht für die Stadt Visselhövede eingetragen werden, da der hintere Teil der Erweiterungsfläche für Fahrzeuge der Friedhofspflege – Steinmetze oder Bauhofmitarbeiter – erreichbar bleiben muss. Baufläche und Friedhof sollen dann eine Hecke trennen, die auch als Sichtschutz dient.

mro

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