Kein Nachfolger in Sicht 

Nindorfer Hansenhof schließt Mitte Dezember

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Volker Haase wird am 15. Dezember das letzte Bier zapfen, sucht einen Käufer für den Hansenhof und freut sich auf die Zeit im Ruhestand. 

Nindorf - Von Jens Wieters. Über viele Jahrzehnte stand der Nindorfer Hansenhof für gehobene Gastronomie und für ein Seminarhotel mit niedersächsischem Flair. Doch am 15. Dezember wird dort der letzte Vortrag gehalten und am Abend das letzte Bier gezapft, denn das Eigentümerehepaar Christa und Volker Haase schließt das Hotel.

Ob für immer steht noch in den Sternen, aber ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Dennoch: für die Haases ist „definitiv Schluss“. Schließlich hätten beide längst das Rentenalter erreicht und jetzt werde es mal Zeit „auf Reisen zu gehen“, wie Volker Haase lachend betont.

Dennoch wird er Mitte Dezember die schwere Eingangstür des 203 Jahre alten Fachwerkhauses auch mit einer Träne im Augenwinkel abschließen, „denn schließlich habe ich das Hotel seit 1989 geleitet“. Davor hatte sich das Paar vier Jahre auf die Selbstständigkeit, zu der Volker Haase als Quereinsteiger gekommen ist, auf die Arbeit als Hotelier vorbereitet und das Haus entsprechend umgebaut.

Seminarbereich boomte

Neben dem Seminarbetrieb und den Familienfeiern hatten Haases bis zum Frühjahr vergangenen Jahres auch „normal“ geöffnet, das heißt, die Laufkundschaft kam vorbei, speiste oder trank eine Kleinigkeit. „Aber die Feierabendrunde und auch der Frühschoppen am Sonntag wurden immer schlechter besucht, sodass wir uns entschlossen haben, uns ganz auf den Seminarbereich zu konzentrieren“, erläutert Haase.

Und der boomte in den vergangen Jahren – und ein Ende ist offenbar nicht in Sicht. „Eine kleine wirtschaftliche Delle gab es nur im Jahr 2008, als die Weltwirtschaft in die Knie ging. Die Folgen haben wir auch noch zwei Jahre später ein wenig gespürt, aber 2014 und 2015 waren echt bombig“, macht der 67-Jährige sein Hotel für mögliche Interessenten schmackhaft.

Preis: 450 .000 Euro

Vier davon habe es in den vergangenen Monaten gegeben. „Teilweise aus der Region, teilweise von außerhalb. Aber meistens haben die Banken nicht mitgespielt“, berichtet der gebürtige Nindorfer, der das Haus und Grundstück für 450 .000 Euro in verschiedenen Immobilienportalen anbietet. „Wir sind zum Glück in der Lage, dass wir nicht um jeden Preis verkaufen müssen.“

Dass die Finanzierung für potenzielle Nachfolger so schwierig sei, kann Hasse „überhaupt nicht verstehen“. Denn die Kreditinstitute sollten schon unterscheiden zwischen einer normalen Gastronomie, die auf Laufkundschaft angewiesen sei, und zwischen Seminarhotels, die feste Buchungen hätten und somit wirtschaftlich exakt kalkulieren könnten. „So habe ich für das kommende Jahr bereits 20 feste Seminarbuchungen von verschiedenen Firmen, obwohl die wissen, dass ich nicht weitermache und die Nachfolge zurzeit noch ungeklärt ist. Wenn sich keiner findet, müssen sie sich was anderes suchen. Aber selbst damit leben die Firmen.“

Bis zum Dezember werden sicherlich in der gemütlichen Hausbar unter alten Fachwerkbalken noch einige Gerüchte über die Zukunft des Hansenhofs die Runde machen, „da wurde mir in den vergangenen Wochen bereits Einiges erzählt“, so Haase, der sich neben den Nindorfer Stammgästen auf einen Besucher der ersten Stunde freut. „Wir haben einen Seminarleiter, der bereits 1989 hier einen Kurs machte und jetzt im Dezember den letzten leitet. Das ist doch ein wirklich schöner Abschluss.“

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